Mobbing und Bossing – Wenn der Job zum Psychoterror wird

27. Januar 2014

Laut einer aktuellen Studie von Statista geben 15 Prozent der Erwerbstätigen an, schon einmal selbst Mobbing am Arbeitsplatz erlebt zu haben.  Andere Studien besagen jedoch, dass schon jeder zweite Arbeitnehmer Opfer von Mobbing wurde.

Warum diese beiden Angaben so auseinander klaffen, könnte daran liegen, dass viel Opfer zunächst gar nicht bemerken, dass sie gemobbt werden. Insbesondere wenn der Mobber ein Vorgesetzter ist – Bossing nennt sich das. Viele Betroffene meinen zu Beginn, derartige Attacken vom Chef seien normal, wie Markus Oberberg auf seiner Website (mobbing-beenden.de) erklärt. „Vielleicht arbeite ich wirklich nicht gut genug?“, sind oft die ersten Überlegungen.

Bossing – Wenn der Chef mobbt

Bild-Quelle: www.mobbing-beenden.de

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Gründe für Bossing ist oft das Provozieren einer Kündigung des Opfers, dann muss der Arbeitgeber ihm nicht kündigen.  In seinem „Gratis-Report“, den Oberberg kostenlos auf www.mobbing-beenden.de zur Verfügung stellt, in dem er Schritt für Schritt und anhand von Praxis-Beispielen erklärt, wie man aus der Mobbing-Falle wieder herauskommt.  Auf die Frage, ob man Mobbing am Arbeitsplatz wirkungsvoll begegnen kann antwortet er in dem Report: „Natürlich ist es möglich – Wenn Sie wissen, wie!“ Für weitere Vertiefungen hat Oberberg auch ein Buch geschrieben, welches als EBook erhältlich ist.

Bild-Quelle: www.mobbing-beenden.de

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Woran erkennt man eigentlich, dass man Opfer von Mobbing geworden ist? Die Azubi & Azubine GmbH hat dazu eine Liste an Erkennungsmerkmalen veröffentlicht, die sich auch allgemein auf Mobbing am Arbeitsplatz anwenden lässt:

 

  • Kritik ohne Grund
  • Bloßstellung
  • Beleidigung / Diskriminierung
  • Aberkennung der Arbeitsleistung
  • Drohungen (Androhung körperlicher Gewalt)
  • Keine Begrüßung, Ausschluss aus Gesprächen
  • Behinderung der Arbeit
  • Sexuelle Belästigung

Nur wenn mehrere Punkte dieser Liste zutreffen (was sich über Monate hinwegzieht), kann von Mobbing im Sinne des Arbeitsrechts gesprochen werden.

Mobbing in der Ausbildung

Auch in der Ausbildung kann Mobbing am Arbeitsplatz ein Thema sein. Junge Azubis, die gerade erst ins Berufsleben eingestiegen sind, trauen sich noch weniger, sich zur Wehr zu setzen. Die Azubi & Azubine GmbH hat einige Tipps, wie man mit der Situation am besten umgehen kann. Wichtig ist vor allem, darüber zu sprechen, sich eine Person des Vertrauens zu suchen. Empfehlenswert ist auch das Führen eines Tagebuchs, in dem genau dokumentiert ist, wer wann was gesagt oder getan hat. Bei späteren Gesprächen oder auch einem Verfahren, lässt sich die Geschichte dadurch leichter nachvollziehen. Oft ist es auch nicht schlecht, in die Offensive zu gehen und den Mobber direkt darauf anzusprechen, dass sein Verhalten verletzend ist.  Dabei sollte man sich zuvor aber konkrete Beispiele und Situationen überlegt haben, wo das der Fall ist.  Ein wichtiger Schritt ist immer der Gang zum Betriebsrat (falls vorhanden) und/oder zum Ausbilder, denn dieser hat eine Fürsorgepflicht. Im schlimmsten Fall hilft am Ende nur noch der Wechsel in einen anderen Ausbildungsbetrieb.

Übrigens: Mobbing an und für sich ist nicht strafbar. Allerdings können Handlungen, die im Zuge von Mobbing passieren durchaus zur Anzeige kommen. Zum Beispiel bei übler Nachrede oder Verleumdung.