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Ist die Elternzeit ein Karrierekiller?

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Symbolbild Karriere Jetzt!
Karriere jetzt // Symbolbild

Das Bundesfamilienministerium hält in einer bisher noch unveröffentlichten Elternumfrage ernüchternde Zahlen bereit: 38 Prozent der Frauen sehen ihre berufliche Karriere negativ beeinträchtigt, weil sie wegen ihrem Nachwuchs in Elternzeit gingen. 

In der Befragung von Ende Januar bis Mitte Februar wurden 4000 Väter und Mütter zum beruflichen Fortkommen nach der Babyzeit interviewet – und eine überraschend schlechte Lage festgestellt: Fast vier von zehn Müttern und über ein Viertel aller Väter sind unzufrieden mit den Bedingungen während und nach der Elternzeit. Karriere vs. Kindererziehung
Zwar fühlen sich die meisten Befragten durchaus vom Chef unterstützt, jedoch glauben viele, dass verringerte Arbeitszeiten nicht mit der Karriere vereinbar sind. Kristina Schröder, Bundesfamilienministerin, erklärte der Welt am Sonntag, dass es sie sorgenvoll stimme, dass zu viele Eltern karrieretechnisch auf der Verliererseite landen, bloß weil sie Angebote wie Heim- oder Teilzeitarbeit nutzen würden.

Gesetzlicher Anspruch von Teilzeit auf Vollzeit soll kommen

Eltern, die aufgrund ihres Nachwuchses in Teilzeit wechselten, sollen künftig einen Anspruch auf die Rückkehr zu einem Vollzeit-Posten erhalten. Die gesetzliche Grundlage hierfür wird aber frühestens in der kommenden Legislaturperiode umsetzbar sein, da eine solche Regelung nicht im Koalitionsvertrag mit der FDP geregelt ist. Die Liberalen dürften bei dieser Thematik auch eine komplett entgegenstehende Meinung vertreten, da die Regelung eine Belastung für die Unternehmen darstellt. Vor allem die kleinen und mittelständischen Unternehmen können nicht so leicht einen Vollzeitjob auf Vorrat halten.

Die Richtung stimmt

Die Umfrage zeigt: ja, ein Baby kann auch jetzt im Jahr 2013 das berufliche Fortkommen beeinträchtigen. Aber ein gesetzlicher Anspruch auf Elternzeit und zukünftig vielleicht auch der auf einen Vollzeitjob könnte das Problem Kind als Karrierekiller weiter minimieren. Wichtiger als die Paragraphen sind aber die Firmenphilosophien, welche die Möglichkeit der Nachwuchsförderung wirklich umsetzen.

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Sebastian studierte Druck- und Medientechnik an der Hochschule München und arbeitet bei der sebastian blum GmbH in den Bereichen Projekt- und Produktmanagement.