Google will Kleinunternehmen ins Netz bringen

25. Februar 2013
Screenshot Google Get yout business online

Gybo: Zu wenig los im Netz:
das soll sich mit Google ändern

„Get your business online“ ist der neue Leitspruch, mit dem Google dafür sorgen will, dass auch kleine Unternehmen mit einer Webseite im Netz vertreten sind. Der Suchmaschinen-Primus will damit vor allem eines: den Nutzern alles präsentieren können.

Der Bäcker von nebenan, das kleine Café um die Ecke oder die Apotheke eine Straße weiter: alle Informationen sollen für den modernen Menschen über die Google-Suche, Maps oder Google Now auf dem Smartphone zur Verfügung stehen. Jedoch sind die Selbständigen, welche mit ihren Dienstleistungen und Produkten selbst nichts mit dem Internet zu tun haben, selten zu einem eigenen Webauftritt zu bewegen.

Internetauftritt vs. Aufwand & Kosten

Warum das Lokal von nebenan noch nicht im Netz vertreten ist: der Aufwand ist schlicht zu hoch. Ein Webhoster will bezahlt werden, ein CMS muss installiert und gewartet werden, die Seite will sauber gemacht und optimiert sein, um bei Google gefunden zu werden. Wer darauf keine Lust hat, bezahlt eine Werbeagentur und ist dann meist einen vierstelligen Betrag los. Diese Summe durch mehr zahlende Gäste wieder reinzuholen, ist utopisch.

Baukasten für lau – zumindest für ein Jahr

In diese Lücke preschten bisher Anbieter wie 1&1 oder Jimdo mit ihren Web-Baukästen. Da kann man sich am Wochenende dann mal spielen und die Seite zusammenklicken. Nachteil auch hier: der Preis. Hier fallen über hundert Euro für ein Jahr an – in der schmalsten Variante.
Google drückt nun in genau diesen Markt: statt 30 Tage wie bei den deutschen Anbietern bieten Sie – aktuell nur den amerikanischen Kunden – einen Web-Baukasten für ein ganzes Jahr gratis. Die Software für die eigene Firmenseite stammt aber nicht von Google selber, sondern von intuit, die bisher hierzulande v.a. durch die Finanzsoftware Quicken bekannt sein dürfte.

Google will alle im Netz

Laut eigenen Angaben suchen 97% der Internetnutzer nach lokalen Dienstleistungen und Waren. Dass das vor allem in Deutschland oft noch nicht zu dem gewünschten Ergebnis führt, wird jeder aus eigener Erfahrung bestätigen können.

Mit der aktuellen Kampagne probiert die Suchmaschine aus Mountain View das Projekt „Alles online“ schon mal in den USA, bevor sie auch hierzulande aktiv werden dürften. Interessant bleibt die Frage, welchen Effekt diese intensive Werbung letztendlich besitzt und wie viele Klein- und Kleinstunternehmen dadurch ins Netz gehen – in doppelter Hinsicht. Denn über die Preise nach dem freien Jahr schweigt sich Google auf der Seite dafür aus, aber zwischen fünf und zehn US-Dollar dürften monatlich dann schon mindestens fällig werden, so unsere Vermutung.

Vor allem aber bindet der kalifornische Konzern weiter Nutzer an sich und generiert noch mehr Informationen aus unserem täglichen Leben.

Die Profiteure von „Gybo“ sollten aber letztlich alle sein: die kleinen lokalen Unternehmen, der Konsument und End-Nutzer und nicht zuletzt natürlich Google selbst. Ob das so bleibt, liegt nicht zuletzt an der künftigen Preisgestaltung.

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