Social Media

„Recruiting Trends 2014“

17. Februar 2014

Arbeiten von zu Hause aus – Der Realitätscheck

Eigentlich ist das kein schlechtes Konzept: Ein kurzer Arbeitsweg, flexible Arbeitszeiten und gerade für Eltern kleiner Kinder eine äußerst praktische Lösung – das Home Office.
Laut einer aktuellen Studie „Recruiting Trends 2014“, die das Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Bamberg und Frankfurt am Main nun zum zwölften beziehungsweise elften Mal zusammen mit dem Karriereportal Monster veröffentlicht, sind Arbeitgeber und Arbeitnehmer darüber oft geteilter Meinung.

Man Talking on Phone in Home Office

Bild-Quelle: Monster.de

Die Vorteile von Home Office liegen klar auf der Hand. Da die Nachfrage von Bewerbern immer größer wird, reagieren Unternehmen dementsprechend darauf. Knapp die Hälfte aller in der Studie befragten Unternehmen wollen das Home künftig mehr anbieten. Auf Arbeitnehmersite bewerten 85,5 Prozent dieses Angebot als gut. Dennoch nehmen nur 44,1 Prozent dieses Angebot auch in Anspruch. Diverse Vorbehalte bleiben nicht aus. Ein Anteil von 16,5 Prozent der befragten Arbitnehmer befürchtet, dass Mitarbeiter, die nicht im Home Office tätig sind, dadurch mehr Arbeit zu erledigen haben. Immerhin fast ein Viertel glaubt, er würde zu Hause mehr arbeiten, als im Büro. Aber auch der schlechtere Informationsaustausch (55,6 Prozent), die sinkende Produktivität im jeweiligen Team oder die allgemeine sinkende Zufriedenheit (24,2 Prozent) sehen die Studienteilnehmer kritisch.

Aber auch die Arbeit selbst kann im Home Office zum Problem werden, denn nicht jeder kann mit so viel Freiheit umgehen. Zwar gibt es keinen Zeitdruck, doch könnte genau dies zum Problem werden, wie Psychologe Dietrich Manzey vom institut für Psycholoie und Arbeitswissenschaften dem Weser Kurier mitteilt. Denn ohne Deadline fällt das Aufschieben gleich viel leichter und man beginnt zu trödeln. Etwas, was im Büro nicht so leicht passieren würde.
Die bestätigt auch die „Recruiting Trends 2014“ Studie, laut welcher mehr als 60 Prozent der Befragten die Arbeit im Home Office als Herausforderung betrachten.

Weitere Ergebnisse der „Recruiting Trends 2014“ Studie

Es darf mit steigenden Mitarbeiterzahlen gerechnet werden. Zumindest geht die Hälfte der deutschen Unternehmen davon aus. Dennoch rechnen sie bei der Suche nach qualifizierten Bewerbern mit Schwierigkeiten. Eine Prognose besagt, dass im Jahr 2014 immerhin 35,8 Prozent der vakanten Stellen nur schwer zu besetzen sein werden. Davon sollen sechs Prozent auf dem Mangel an geeigneten Kandidaten zurückzuführen sein.
Die Effizienz der Internet-Stellenbörsen ist nicht zu unterschätzen.36,2 Prozent der neuen Mitarbeiter wurden über Anzeigen in Online-Stellenbörsen eingestellt. Auf dem zweiten Platz rangieren die Anzeigen auf den Firmenwebseiten.

Auf Stellensuche – Mobil und im Social Media

Smartphone und Tablet-PCs sind inzwischen treue Begleiter auf der Stellensuche geworden. Die unternehmen passen sich dieser Entwicklung an. Knapp ein Viertel der Unternehmen haben ihrer Karriere-Website für Smartphone und Tablet optimiert und sogar rund 10 Prozent bietet spezielle Apps für die Stellensuche an.

Facebook und Co., aber auch professionelle Social Networks wie Xing sind aus der Rekrutierung von Personal nicht mehr wegzudenken. Mehr als zwei Drittel der Unternehmen beurteilen den Einsatz dieser Social Media Kanäle positiv. Knapp die Hälfte der befragten Firmen beschäftigt sogar spezielle Mitarbeiter für ihre Recruiting-Kanäle im Social Web.

Neues von der Deutschen Bahn Karriere

6. März 2013

Die Deutsche Bahn nimmt im Social Media Recruiting fast schon eine Vorzeige-Position ein. Wer wissen will, wie ein großer Arbeitgeber in Deutschland erfolgreich auf Mitarbeiter-Suche geht, sollte sich die Karriere-Seiten der DB genauer ansehen.

Im April 2011 berichteten wir kurz über die erste größere Kampagne der DB im Social Media Bereich, seitdem hat sich natürlich einiges getan: im November letzten Jahres bekam die Arbeitgebermarke Deutsche Bahn neue Unterstützung und bewirbt auch im März 2013 noch mit großen Plakaten den ehemaligen Staatskonzern. Der Bereich Social Media wurde konsequent ausgebaut; statt lieblos lediglich neue Stellenangebote reinzuklatschen werden auch mal beeindruckende Fotos gepostet und den Fans bzw. Followern auf Twitter ein schöner Mehrwert geboten.

Ganzes Team statt Halbzeit-Posten

Twitter Account DBKarriere

Quelle: Twitter @DBKarriere

Dass die Interaktion mit der Zielgruppe ziemlich gut funktioniert, zeigt ein Blick auf die Timeline der Karriereseite. Hier wird unkompliziert nach Möglichkeiten zur Umschulung zu Eisenbahnern im Betriebsdienst gefragt, über den Verbleib einer Antwort auf die erfolgte Bewerbung nachgehakt oder sich einfach nur bedankt, dass der Einstieg dank ihrer Hilfe so leicht geklappt hat.
Damit das so abläuft und innerhalb weniger Stunden eine zufriedenstellende Antwort erfolgen kann, kümmert sich ein Team von drei Frauen und einem Mann, welches auf der Twitter-Seite kurz vorgestellt wird, um die Anliegen. Sympathisch kommen sie auf jeden Fall rüber und brechen dadurch im Vorfeld bereits ein wenig das Eis. Andere große Unternehmen wollen sich das nicht leisten und wundern sich aber gleichzeitig, warum das „mit diesem Facebook“ nicht so funktioniert, wie gewünscht.

Wenn die Technik Probleme macht

Ganz frei von Frust ist der Auftritt der DB Karriere dennoch nicht: Das liegt zum einen daran, dass so mancher nicht zwischen dem Personal-Recruiting und der Service-Stelle unterscheiden kann und daher seinen Unmut über die Verspätung seines Zuges äußert, zum anderen aber auch an dem Problem, dass das vierköpfige Team eben nicht aus den Entwicklern und Produkt-Managern der DB-Bewerbungs-Seite besteht:
Technische Probleme wie ein defekter Datei-Upload schreckt potentielle Nachwuchskräfte ab und killt jede Conversion-Rate (in diesem Fall die erfolgreiche Bewerbung; ein schöner Beitrag hierzu findet sich in dem schon einmal verlinkten Beitrag von Jannis Tsalikis). Wären Karriere-Team und Karriereportal enger verzahnt, ließen sich solche Probleme noch schneller aus der Welt schaffen.

So sollte es nicht laufen, zumindest aber existiert ein Ansprechpartner (Quelle:  Deutsche Bahn Karriere)

Mehrere Nutzer beklagten zum Beispiel, dass sie ihre Bewerbung nicht abschicken konnten und wurden vom Team auf einen anderen Browser verwiesen. Dies schien dann in der Tat zu funktionieren, jedoch sollte ein so großes Karriereportal wie das der DB auch mit Firefox einwandfrei arbeiten. Hilfe dank Social Media: gut. Technische Umsetzung der Online-Bewerbung: Nachholbedarf.

Früher war meist der IE als Ursache für Komplikationen auszumachen, aber heute… ?

Die richtige Mischung

Wer eine Weile auf der Fanpage der Deutschen Bahn Karriere verbringt, erhält durchaus den Eindruck, dass der Auftritt lebendig ist und liebevoll gepflegt wird, jedoch nicht frei von Mängeln ist. Gerade bei Problemen technischer Natur sollte bessere und schnellere Hilfe geleistet werden können. Hierfür sind aber andere Anlaufstellen notwendig, um das Betriebssystems, den verwendeten Browser und vieles mehr zu erfassen, damit die Seite optimiert werden kann.

Schnelle und sinnvolle Unterstützung: so sollte es laufen.

Grundsätzlich lässt sich aber bedenkenlos auf die Seiten der DB-Karriere verweisen, wenn nach guten Beispielen im Social Media Recruiting gefragt wird. Denn lesenswert ist der Auftritt für die Zielgruppe und Interessierte allemal.

Karriere Blog Dienst-Tags KW9

26. Februar 2013

Jeden Dienstag „Dienst-Tags“: lesenswerte Artikel kombiniert mit unserer Verschlagwortung (Tags, Labels, Stichwörter) von Nachrichtenseiten, Blogs und Unternehmen in einer wöchentlichen Link-Schau.

Sie kennen oder haben so einen Artikel? Schicken Sie ihn uns!

#Fotos
Alles Verhandlungssache: Wenn die Fotomodelle der typischen Karrierefotos als eigene Mitarbeiter ausgegeben werden, fühlt sich der Kunde zu Recht verschaukelt.

#Bewerbung, #Personaler
W&V: Heineken stellt sein Bewerbungsgespräch ein wenig um: Für die Anwärter heißt das Stresstest statt Krawatte richten

#Social Media, #Meinung
Süddeutsche.de: Hilmar Kuthe schreibt über die Gratwanderung von ständiger Erreichbarkeit und den immer öfter vernachlässigtem Wunsch nach Ruhe und Alleinsein, um die eigenen Gedanken zu ordnen.

#Unternehmen
karrierebibel: Ein teamfähiger Chef gewinnt? Leider nicht, sagt karrierebibel und beruft sich auf eine Studie von drei Professoren aus Chicago.

phildub.com – Bewerbung als Amazon-Produkt

19. Februar 2013

Es gibt nicht viele kreative Bewerbungen, die die ganze Welt kennen lernt. Doch wenn dem so ist, dann immer aus gutem Grund. Neuestes Beispiel ist eine Bewerbung zum Web Product Manager, die als Amazon-Seite daherkommt.

Mit Liebe zum Detail: Phils Bewerbungsseite

Die liebevoll detailreich gestaltete Seite bietet alle Infos, die eine Bewerbung enthalten muss, ganz gleich wer der endgültige Adressat ist. Da der Auftritt laut eigenen Angaben bereits über 1,3 Millionen Besucher innerhalb der letzten drei Wochen auf die Seite lockte, sollte sich wohl bald ein passender Arbeitgeber finden lassen.

Es sind vor allem die Kleinigkeiten, welche die Verweildauer auf der Seite enorm erhöhen. Wer sich hier durchklickt bekommt einen Eindruck seiner Kreativität, z.B.

  • Bei dem Feld Search statt „Job Candidate“ eine andere Rubrik auswählen
  • „Add to Wedding Registry“ anklicken
  • Weiter unten „Why the heck am I seeing this advertisement??“ anklicken
Wir wünschen Phillippe Dubost viel Glück und Erfolg bei seinem Projekt „eigene Karriere“

 

Jetzt immer Karriereblog Dienst-Tags

19. Februar 2013

Wir bauen Karriereblog.net weiter aus und bringen ab sofort jeden Dienstag die „Dienst-Tags“: lesenswerte Artikel kombiniert mit unserer Verschlagwortung (Tags, Labels, Stichwörter) von Nachrichtenseiten, Blogs und Unternehmen zusammengefasst in einer wöchentlichen Link-Schau.

Sie kennen oder haben so einen Artikel? Schicken Sie ihn uns!

#Ausbildung, #Fachkräftemangel
Süddeutsche.de 500 Euro Prämie bei bestandener Zwischenprüfung, nochmal 500 Euro extra bei Abschluss der Lehre, andere werben gar mit Kleinwagen für die Azubis – wie mittelständische Unternehmen gegen den Nachwuchsmangel vorgehen.

#HR, #Bewerbung
Jannis Tsalikis macht sich interessante Gedanken über die Erfolgsquoten á la Conversion Rate bei Karriere-Seiten von Unternehmen.

#Social Media, #Recht
Internet-Law: So mancher Facebook-Nutzer verwendet ein Pseudonym für seinen Account, um beispielsweise den Chef auf Abstand zu halten. Ein Recht darauf hat er beim größten Social Network aber nicht.

#Unterhaltung
Phillip Steuer: „Ich sollte schlafen gehen, aber…“

Foto-Nachbericht: HRMC 2012 in München

24. Oktober 2012

Fach- und Führungskräfte (verzweifelt) gesucht – die besten Lösungen für das Personalmarketing im Mittelstand. Das war das diesjährige Thema für den Human Resource Marketing Congress 2012, kurz HRMC 2012. karriereblog.net war dabei und bloggt die eigenen Eindrücke.

09:15: Ankunft. Ich kenne das Gebäude, doch ist es trotzdem immer wieder eindrucksvoll. Organisatorin Sabine Vockrodt wird später davon reden, dass so manche Geschäftspartner wohl nur wegen der hervorragenden Aussicht im 26. Stock und  des ausgezeichneten Betriebs-Restaurants (Kantine wäre in der Tat falsch formuliert) nach München zur Süddeutschen kommen. Die über 120 Gäste der Veranstaltung dürften spätestens nach dem Mittagessen und dem Get-Together ab 17:30 Uhr davon durchaus überzeugt sein.

09:35: Start. Fast pünktlich werden in weniger als 10 Minuten die organisatorischen Angelegenheiten abgehandelt. Wir lernen: Die Fahrstühle sind nicht ganz handelsüblich und erfordern etwas mehr Aufmerksamkeit, außerdem ist für Mittagessen und WLAN gesorgt. Letzteres ist wichtig, damit schnell und effizient mit dem Hashtag #hrmc12 getwittert werden kann.

09:43: WESTPRESS. W&V führt den HRMC zusammen mit WESTPRESS durch. Wie sich herausstellt, kein Fehlgriff: gute Organisation und eine genauso dicke wie hochwertige Begleitmappe sind bereits die ersten positiven Eindrücke, die sich aufdrängen.

10:00 Uhr: OTTO. Der erste Vortrag an diesem Dienstag ist von Sonja Königsberg, Leiterin beim Personalmarketing von OTTO. Sie berichtet von ihren Erfahrungen mit der Azubi-Kampagne im August 2012 und gibt konkrete Tipps für den Mittelstand für ihre aktive Suche nach künftigen
Arbeitnehmern. Am Ende ihrer Präsentation tauchen viele Fragen auf, die Sonja Königsberg dazu verlocken, ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern. So war der Radiospot das teuerste an der

Kampagne, sehr zur Überraschung der Besucher. Diese hätten auf da

s professionell gefilmte Video getippt, von dem ein 30 sekündiger Trailer gezeigt wurde,
da das eigentliche Video den Rahmen sprengen würde. Nochmal ein 5-Minuten Video würde sie für so eine Kampagne nicht machen, verriet sie auf Nachfrage.

In der Kürze liegt die Würze: der Aufmerksamkeitsspanne für Videos auf Youtube zuliebe sollten die 3 Minuten nicht überschreiten.

10:30 Uhr: Vortrag von Micaela Saeftel, Leiterin des Global Trainee Program bei ABB. Fachkräfte aus aller Welt in aller Welt einsetzen – diese kleine Aufgabe obliegt dieser Frau. Dass das mit vielen Hindernissen verbunden ist, erläutert sie in vielen kleinen und witzigen Anekdoten: oder wussten Sie, dass in Indien ein Meeting für 8 Uhr angesetzt wird, der erste um 9 und der letzte gegen 10 kommt? Darauf muss man sich einstellen, so die Referentin. Ein durchaus spannender Vortrag, doch wohl leider für die Mittelschicht nur zum Teil wirklich relevant. Unserer Meinung nach hätte dieser Vortrag in den gesplitteten Bereich gehört und dafür die Präsentation von Dorothee Pfeuffer über Hochschulmarketing hierhin gehört.

11:45 Uhr: Zwei Workshops zur selben Zeit: „Die richtigen Kanäle, der maximale Erfolg – so erstellen Sie den passenden Mediamix für Ihre Personalsuche“ und „Vom Campus ins Unternehmen – Hochschulmarketing und passende Kanäle.“
Hier mussten sich die über 100 Gäste aufsplitten, spannend waren mit Sicherheit beide. Wir lauschten Dorothee Pfeuffer von der Commerzbank AG. Viele interessante Aspekte wurden hier aufgegriffen: Studenten, die denken „die suchen nur die Besten, dazu gehöre ich nicht“. „Aber so kommen nicht die Besten, sondern die selbstbewusstesten Köpfe rein“, so die Leiterin des Personalmarketings der Bank.

Die meisten Bewerber seien alle schlau, aber dann trotzdem nervös bei der Bewerbung: die Commerzbank ist daher an 35 Hochschule präsent, bietet Bewerbertrainings an, aber auch Gastvorträge oder gar Sportveranstaltungen. Manager der ersten und zweiten Führungsebene sind hierfür Bindeglied zwischen Hochschule und dem Unternehmen.
Eine Frau aus dem Publikum berichtet von ihrer Erfahrung: mit großen Marken ist es leichter, in Hochschulen wirklich anzukommen – v.a. beim Dekan. Mittelständische Firmen haben es hier oft schwerer. Doch der Aufwand mit Kooperationen würde sich lohnen, so die einhellige Meinung.

13:00 Uhr: Pünktlich geht es in die Mittagspause und damit zum Schlemmen: viele sind angesichts der breiten Auswahl überfordert, aber letztendlich scheint sowieso alles zu schmecken. Ein sehr gutes Essen erfreut die Besucher, Hut ab!

14:00 Uhr: Monitoring und Social Media Kontrolle. Ira Reckenthäler präsentiert ihr Wissen über die Social-Media Arbeit. Nicht nur „Post & Pray“ (Wolfgang Brickwedde), sondern den eigenen Auftritt aktiv betreiben. Eindrücke von Mitarbeitern, Kritik erlauben. Social Media deckt eine falsche Fassade gnadenlos auf, so die Thesen. Eine reine Fokussierung auf die Anzahl der Likes und Follower macht nur in sehr wenigen Ausnahmen wirklich Sinn. Prioritäten genießen Zuhören und Reagieren, Social Media Seminare für Mitarbeiter mit definierten Richtlinien. „Identifikation erzeugt Integrität“
Viele Zahlen, viele Fakten, die hier präsentiert wurden. Erschlagen von der Mittagsmüdigkeit ging es dann ohne weiterer Fragen zum nächsten Programmpunkt. Zum Glück sind die präsentierten Thesen nochmal schriftlich in der Mappe.

 

14:45 Uhr: World Café. Diesmal vier Vorträge zur selben Zeit, die einen Diskussionsanstoß geben sollen. Die Ergebnisse wurden im Anschluss vor allen vorgetragen. So verpasste man (fast) nichts. Mobile Strategien im Recruiting war das Thema, das von Robindro Ullah vorgestellt wurde. Der Leiter des Personalmarketing bei der Deutschen Bahn stellte den Gästen zu Anfang ein kleines Rätsel, wer an welchen Tisch soll: ausgedruckte, aufeinandergestapelte Rechtecke sollten mit ein oder zwei Buchstaben verbunden werden, die am Tisch lagen. Klingt schwierig? Wer die Kampagne von Lego kannte, war sofort dabei, den anderen wurde dann natürlich geholfen. Quintessenz: QR-Codes, Augemented Reality und Co. – es gibt viele technische Möglichkeiten und auch der Mittelstand sollte die Augen offen halten, um nicht einen wichtigen Trend komplett zu verschnarchen.

16:30 Uhr: Endspurt. Wieder komplett versammelt, wurden die letzten Ergebnisse der vier World Cafés in jeweils fünf Minuten vorgestellt. Die Köpfe waren langsam aber sicher voll, die Besucher freuten sich auf den gemütlichen Ausklang in der 26. Etage.

17:30 Uhr: mit dem Fahrstuhl fast ganz nach oben. Hätte das Wetter mitgespielt, wäre ein Sonnenuntergang über München zu beobachten gewesen. Doch trotz Nebel bietet die über 90 Meter über den Erdboden gelegene Etage genug zum Staunen. Kleine Häppchen, Trinken, Gespräche: Netzwerken war angesagt und wurde in der stilvollen Atmosphäre mit Bier oder Wein genossen.

 

employerreputation – Interview mit Ina Ferber

11. September 2012

Ina Ferber, Expertin für Online-Recruiting, startete Anfang August ihr neues Blog rund um das Thema Employer Branding, Social Media und Recruitingstrategien. Bei karriereblog.net verrät sie in einem kurzen Interview, warum sie in die HR-Bloggerwelt einsteigt und was die Leser in Zukunft erwarten dürfen.

Was hat Sie bewegt, das Blog „employerreputation“ zu starten? Welche Ziele wollen Sie erreichen?

Ina Ferber

Employer Branding finde ich einfach spannend. Es gibt im Moment so viele interessante Ansätze, HR-Kommunikation in sozialen Netzwerken, Recrutainment, mobile Recruiting, virtuelle Arbeitsplätze und sogar Arbeitgeber-Imagewerbung im Fernsehen. Es macht mir Spaß, mit Fachkollegen, Managern und Recruitern über Wege und Strategien im Recruiting und Employer Branding zu diskutieren.
Mir geht es jedoch nicht nur darum, an einem intelligenten Austausch Spaß zu haben. Mein Wunsch ist auch, etwas zu bewegen. Der Fachkräftemangel schränkt viele Unternehmen ein. Das reduziert nicht nur unseren Wohlstand, das beschränkt auch unseren Spielraum für Kreativität, Erfolg und Selbstverwirklichung. Deswegen möchte ich mich an der öffentlichen Auseinandersetzung beteiligen. Vielleicht findet sich ja im Diskurs mit Experten und Unternehmen die eine oder andere Antwort auf unsere Bildungsprobleme oder auf die Herausforderungen des demografischen Wandels.

Ihr erster Eintrag zum Thema „Fachkräftemangel“ ist sehr ausführlich und gut recherchiert und mit Quellen belegt. Wie viel Zeit haben Sie hierfür investiert und wie viel wollen Sie für weitere Beiträge aufwenden?

Vielen Dank für das Kompliment! Es ist mir wichtig, meinen Lesern Qualität zu liefern. Den ersten Artikel habe ich über ein paar Wochen vorbereitet, natürlich neben einem Vollzeitjob. Sicherlich werden Praxisbeispiele etwas weniger aufwendig sein. Insgesamt werde ich jedoch lieber etwas mehr Zeit in einzelne Beiträge investieren und dafür nur ca. alle zwei Wochen Blogposts veröffentlichen.

Was können wir in Ihrem Blog noch erwarten?
       
In den ersten Beiträgen habe ich mich mit Grundlagen beschäftigt, die Situation am Arbeitsmarkt analysiert, Basis-Strategien im Umgang mit dem Fachkräftemangel dargestellt. In den nächsten Wochen werden Fallstudien im Sinne von „Best Practice“ dazukommen. Beispiele für gelungenes Auslandsrecruiting, spannende Arbeitgeberimage-Videos oder mobile Kampagnen – immer wenn mir gelungene Beispiele für HR-Kommunikation und Recruiting begegnen, werde ich darüber bloggen.

Was haben Sie noch für Wünsche für Ihren Blog?

Was sich jeder Blogger wünscht: Viele Kommentare und eine rege Diskussion.

Human Resource, Fachkräftemangel und Marketing Congress

1. September 2012

Nach wie vor ist der Fachkräftemangel in aller Munde: Geburtenrückgang, zu hohes Lohnniveau in Deutschland, schlechtes Bildungssystem, kein attraktives Zuwanderungsmodell für gut ausgebildete, junge Arbeitskräfte – vieles wird als Grund angeführt, doch was stimmt wirklich?

Statt grauer Theorie lädt die W&V Job-Network und Westpress Agentur zum Human Resource Marketing Congress, kurz HRMC 2012 am Dienstag, 23. Oktober in München, um das Thema Fachkräftemangel aus erster Hand aufzurollen: Vertreter von Unternehmen wie Otto, ABB oder Deutsche Bahn berichten über ihr Personalmarketing und Möglichkeiten, Fachkräfte erfolgreich anzuwerben.
Eine kurze Nachfrage bei Sabine Vockrodt von W&V ergab, dass bereits über 100 Teilnehmer erwartet werden und die Veranstaltung somit sehr gut besucht werden wird.

karriereblog.net wird ebenfalls vor Ort sein und anschließend über die Veranstaltung berichten!

Alle Infos zum HRMC gibt es bei W&V

Auswirkungen des Web 2.0 auf Ihren Karriereweg

16. April 2012

Facebook, Xing, youtube, flickr und studiVZ haben das Leben der „Social Media Generation“ um einiges bereichert. Es ist nun leichter mit seinen Freunden in Kontakt zu bleiben, auch wenn einem tausende Kilometer von einander trennen. 

Durch das Hochladen von Fotos und das Schreiben von Statusmeldungen kann man das Erlebte mit seiner Social-Media-Communitiy teilen. Was jedoch oft vergessen wird, ist der Fakt, dass Informationen, Statusmeldungen und Bilder nicht einfach aus dem Internet verschwinden, wenn man auf den Löschen-Button klickt oder dass nur eine bestimmte Gruppe von Menschen einen Zugriff auf die Daten hat. So ergab beispielsweise eine Studie, dass rund jedes zweite Unternehmen bereits im Internet nach Informationen über ihre Bewerber und Mitarbeiter sucht und in vielen Fällen auch fündig wird.

Schaden öffentlich gemachte Meinungen?

Das Web 2.0 basiert auf der Idee dem Internet interaktive und kollaborative Elemente hinzuzufügen. Der Nutzer ist nicht nur mehr Konsument der angebotenen Informationen und Dienstleistungen sondern produziert diese auch selbst beispielsweise durch Statusmeldungen auf Facebook oder Tweets bei Twitter. Genau dieses Offenlegen privater Informationen macht den Arbeitnehmer zu einem gläsernen Mitarbeiter oder einen Bewerber zu einen leicht zu durchleuchtenden Menschen für ein jedes Unternehmen.

„Ego-Googeln“

Ein kleiner Test, welche Informationen wirklich problemlos über Sie im Internet zu finden sind, bietet das „Ego-Googeln“. Geben Sie Ihren Namen einfach in eine Suchmaschine ein und durchstöbern Sie die ersten Ergebnisse, dies wird auch häufig von Personalmanagern gemacht und darum bietet es sich auch an, hier einmal eine Warnung auszusprechen. Viele Menschen sich nämlich nicht bewusst, dass Informationen von Dritten eingesehen werden können. Dies kann nicht nur negative Auswirkungen für Bewerber auf ihre Jobsuche haben, sondern kann jeden treffen. So entstand mittlerweile ein neuer Beruf, welcher sich Reputationsmanager nennt. Dessen Aufgabe ist es das virtuelle Profil von Personen wieder zu bereinigen.

Tipps für die Gratwanderung

Damit es erst gar nicht so weit kommt, werden im Folgenden ein paar Tipps, wie Sie Ihr virtuelles Profil am besten verwalten können, ohne dass es Ihren Ruf schadet, gegeben:

  • Wenn Sie bereit sind private Informationen online zu stellen, achten Sie immer darauf, um welche Information es sich handelt.
  • Machen Sie sich bewusst, dass dritte Personen Ihre Daten einsehen können, also verwalten Sie diese dementsprechend.
  • Vermeiden Sie unnötige Verlinkungen auf Partyfotos, welche Sie im angetrunkenen Zustand zeigen. Solche Fotos werden auch nicht selten bei den Suchmaschinenergebnissen aufscheinen, wenn sie nach Ihrem Namen suchen.
  • Sollten Sie diese Social Media nur für berufliche Zwecke verwenden, melden Sie sich bei Xing oder LinkedIn an. Diese Plattformen wurden für den Informationsaustausch von Firmen und privaten Personen gegründet.
  • Pflegen Sie die veröffentlichten Daten.
  • Sollten Sie auf Blogs und anderen Foren unterwegs sein, so stellt sich die Frage, ob man dies nicht unter einem Pseudonym tut, da mögliche Kommentare oder Einträge keinen positiven Anklang finden können und dank des Internets lange mit Ihrem Namen assoziiert werden können.
  • Informieren Sie sich auf den benützten Plattformen über Privatsphäre-Funktion und weitere Veränderungen, wie beispielsweise die neue Facebook-Chronik.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Web 2.0 aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken ist. Es stellt eine große Chance als auch eine große Gefahr für das Selbstmarketing jedes Menschen dar. Darum verwenden Sie diese Medien immer mit Vorsicht denn eine zu hohe Transparenz erzeugt nicht immer nur Glaubwürdigkeit!

Gastbeitrag von Klara Wurzer

Social-Media Verbot für Personaler?

2. März 2012
Der aktuelle Gesetzentwurf der Bundesregierung für eine bessere Regelung der persönlichen Daten im Betrieb birgt so allerlei Zündstoff. Nicht nur, dass das Bundesministerium die Arbeitnehmer vor künftigen Datenschutzpannen großer Arbeitgeber schützen will. Vor allem scheint der Gesetzgeber im Hier und Jetzt angekommen zu sein und bezieht explizit soziale Netzwerke in sein neues Regelwerk mit ein.
Der Entwurf sieht vor, dass der Arbeitgeber keine Daten aus sozialen Netzwerken verwenden darf, wenn das schutzwürdige Interesse des Beschäftigten das berechtigte Interesse des Arbeitgebers überwiegt. Lediglich eine Ausnahme ist zulässig: dient das Profil geschäftlichen Zwecken (also z.B. die eigene Webseite oder ein Xing-Profil), ist für den Chef alles im grünen Bereich.
Folgen für den Arbeitgeber
Doch was bedeutet der Entwurf für den Arbeitgeber, der durch die privaten Webauftritte seines Angestellten zum Beispiel erfährt, dass er doch nicht so krank ist, wie er angibt? Das geplante Gesetz lässt durch seine Formulierung ausdrücklich darauf schließen, dass gerade die für Arbeitnehmer unvorteilhaften Informationen vom Arbeitgeber nicht verwendet werden dürfen. Sprich, dass selbst wenn der Chef sieht, sein Mitarbeiter war trotz Krankschreibung auf einer Party, er dies nicht als Anlass zur Kündigung nehmen darf – denn die Daten, was er krank und privat macht, wären dann unerlaubt erhoben worden.

Problemzone Bewerber

 

Kann dieses Szenario noch für den Arbeitgeber als zumutbar – sollte doch ein gewisses Vertrauensverhältnis zwischen Beiden bestehen- angesehen werden, wird es bei der Frage nach der Suche nach geeigneten Bewerbern auf eine freie Stelle schon schwieriger. Einem Personaler wird mit dem Internet und speziell den sozialen Netzwerken ein mächtiges Werkzeug zum Aussortieren der unzuverlässig wirkenden Kandidaten zur Seite gelegt. Er kann oft schon vor dem Bewerbungsgespräch herausfinden, ob es sich um einen aussichtsreichen Bewerber handelt, oder ob nicht doch eklatante Details in dem Anschreiben verschwiegen wurden.
Geht es nach dem Willen der Gesetzgeber, so soll die Quelle „Soziales Netzwerk“ dafür in Zukunft tabu sein. Dass das natürlich nicht wirklich zu kontrollieren ist, liegt auf der Hand. Aber als offizielle Begründung für eine Absage dürfen pikante Details aus dem privat publizierten Umfeld nicht mehr angeführt werden, denn sonst wäre ja offensichtlich, dass sich der Arbeitgeber über das „schutzwürdige Interesse des Beschäftigten“ hinweggesetzt hätte.
Bleibt also abzuwarten, ob der Entwurf tatsächlich so in geltendes Recht umgesetzt wird und – sollte es eins zu eins so kommen – die ersten Klagen auf Basis dieser Regelung bei den Gerichten eintreffen.