Personaler

Neues von der Deutschen Bahn Karriere

6. März 2013

Die Deutsche Bahn nimmt im Social Media Recruiting fast schon eine Vorzeige-Position ein. Wer wissen will, wie ein großer Arbeitgeber in Deutschland erfolgreich auf Mitarbeiter-Suche geht, sollte sich die Karriere-Seiten der DB genauer ansehen.

Im April 2011 berichteten wir kurz über die erste größere Kampagne der DB im Social Media Bereich, seitdem hat sich natürlich einiges getan: im November letzten Jahres bekam die Arbeitgebermarke Deutsche Bahn neue Unterstützung und bewirbt auch im März 2013 noch mit großen Plakaten den ehemaligen Staatskonzern. Der Bereich Social Media wurde konsequent ausgebaut; statt lieblos lediglich neue Stellenangebote reinzuklatschen werden auch mal beeindruckende Fotos gepostet und den Fans bzw. Followern auf Twitter ein schöner Mehrwert geboten.

Ganzes Team statt Halbzeit-Posten

Twitter Account DBKarriere

Quelle: Twitter @DBKarriere

Dass die Interaktion mit der Zielgruppe ziemlich gut funktioniert, zeigt ein Blick auf die Timeline der Karriereseite. Hier wird unkompliziert nach Möglichkeiten zur Umschulung zu Eisenbahnern im Betriebsdienst gefragt, über den Verbleib einer Antwort auf die erfolgte Bewerbung nachgehakt oder sich einfach nur bedankt, dass der Einstieg dank ihrer Hilfe so leicht geklappt hat.
Damit das so abläuft und innerhalb weniger Stunden eine zufriedenstellende Antwort erfolgen kann, kümmert sich ein Team von drei Frauen und einem Mann, welches auf der Twitter-Seite kurz vorgestellt wird, um die Anliegen. Sympathisch kommen sie auf jeden Fall rüber und brechen dadurch im Vorfeld bereits ein wenig das Eis. Andere große Unternehmen wollen sich das nicht leisten und wundern sich aber gleichzeitig, warum das „mit diesem Facebook“ nicht so funktioniert, wie gewünscht.

Wenn die Technik Probleme macht

Ganz frei von Frust ist der Auftritt der DB Karriere dennoch nicht: Das liegt zum einen daran, dass so mancher nicht zwischen dem Personal-Recruiting und der Service-Stelle unterscheiden kann und daher seinen Unmut über die Verspätung seines Zuges äußert, zum anderen aber auch an dem Problem, dass das vierköpfige Team eben nicht aus den Entwicklern und Produkt-Managern der DB-Bewerbungs-Seite besteht:
Technische Probleme wie ein defekter Datei-Upload schreckt potentielle Nachwuchskräfte ab und killt jede Conversion-Rate (in diesem Fall die erfolgreiche Bewerbung; ein schöner Beitrag hierzu findet sich in dem schon einmal verlinkten Beitrag von Jannis Tsalikis). Wären Karriere-Team und Karriereportal enger verzahnt, ließen sich solche Probleme noch schneller aus der Welt schaffen.

So sollte es nicht laufen, zumindest aber existiert ein Ansprechpartner (Quelle:  Deutsche Bahn Karriere)

Mehrere Nutzer beklagten zum Beispiel, dass sie ihre Bewerbung nicht abschicken konnten und wurden vom Team auf einen anderen Browser verwiesen. Dies schien dann in der Tat zu funktionieren, jedoch sollte ein so großes Karriereportal wie das der DB auch mit Firefox einwandfrei arbeiten. Hilfe dank Social Media: gut. Technische Umsetzung der Online-Bewerbung: Nachholbedarf.

Früher war meist der IE als Ursache für Komplikationen auszumachen, aber heute… ?

Die richtige Mischung

Wer eine Weile auf der Fanpage der Deutschen Bahn Karriere verbringt, erhält durchaus den Eindruck, dass der Auftritt lebendig ist und liebevoll gepflegt wird, jedoch nicht frei von Mängeln ist. Gerade bei Problemen technischer Natur sollte bessere und schnellere Hilfe geleistet werden können. Hierfür sind aber andere Anlaufstellen notwendig, um das Betriebssystems, den verwendeten Browser und vieles mehr zu erfassen, damit die Seite optimiert werden kann.

Schnelle und sinnvolle Unterstützung: so sollte es laufen.

Grundsätzlich lässt sich aber bedenkenlos auf die Seiten der DB-Karriere verweisen, wenn nach guten Beispielen im Social Media Recruiting gefragt wird. Denn lesenswert ist der Auftritt für die Zielgruppe und Interessierte allemal.

Online bewerben – Teil 2

28. Februar 2013

Wie in einem früheren Eintrag bereits begonnen, folgt hier eine weitere Übersicht für richtige Online-Bewerbungen. Weg von den vorgekauten Mappen, hin zu Formularfeldern und Anhänge verwalten: diese Art der Kontaktaufnahme wird auch 2013 an Bedeutung weiter gewinnen und die althergebrachte Bewerbung per Post weiter verdrängen. Doch was gibt es zu beachten, bevor der Senden-Knopf angeklickt wird? Ein kleiner Überblick – Teil 2:

Korrekte Formatierung

Nicht nur richtige Grammatik und Rechtschreibung sind – wie bereits angesprochen – äußerst wichtig, auch die korrekten Formatierungen sind für eine Online-Bewerbung sind mehr als nur ein nettes Gimmick. Vor allem wenn die Daten nicht in Formularfelder sondern als PDF per E-Mail verschickt werden sollen, gilt es, klare Strukturen zu wahren:

  • Einfach, aber macht schon Mal den Löwenanteil aus: bei längeren Texten wie zum Beispiel einem Motivationsschreiben auf Sinnabschnitte achten und entsprechend einen Absatz einfügen. Das erleichtert dem Personaler auch einen längeren Text aufmerksam durchzugehen und vereinfacht das Lesen ungemein.
  • Überschriften auf gleiches Aussehen prüfen: die Überschrift für Persönliche Daten ist fett, die für den bisherigen Werdegang normal formatiert? Das wirkt unprofessionell und fällt Personalern sofort ins Auge.
  • Beispiel falsche Formatierung
    Unterschiedliche Formatierung: so nicht!

    Zeilenabstände alle gleichmäßig eingehalten? Hier aus Versehen einen Absatzabstand mehr oder ganz rausgelassen wirkt in der Gesamtansicht störend und darf in einem sauberen Schreiben nicht vorkommen. Abstände der Absätze gehören hier genau so dazu.

E-Mail mit Klarnamen

Was bringt die beste Online-Bewerbung, wenn der Personaler diese von 1337maxpowern00b@gmx.de erhält? Die wohl einfachste Art für eine seriöse E-Mail ist die Verwendung des eigenen Namens, im Idealfall meines Erachtens vorname.nachname@provider.de. Wer sich schon im Posteingang von den Mitbewerbern absetzen will, gibt im Idealfall keinen Provider sondern seine eigene Seite an: mail@vorname-nachname.de oder Ähnliches. Aber auch hier gilt: eine E-Mail wie mail@max-powergamer.de dann vielleicht doch lieber vermeiden.

HTML-Verzicht in der E-Mail

Eine E-Mail sollte bei der Bewerbung als „Nur-Text“ abgeschickt werden, nicht als HTML-E-Mail. Zwar werden inzwischen fast alle Nachrichten korrekt dargestellt, aber so mancher Unternehmer muss sich eben doch noch mit Outlook 2000 rumschlagen und erhält unter Umständen kryptische Mitteilungen statt einer schönen Anrede.
Auf werbelastige E-Mail-Programme wie z.B. IncrediMail mit blinkenden Animationen sollten gänzlich verzichtet werden. Hier ist Seriöses wie Outlook oder – als kostenlose Alternative – Mozilla Thunderbird die richtige Wahl.

Signatur ist Pflicht

„Mit freundlichen Grüßen“, Vorname Nachname, Adresse. Schön untereinander geschrieben und immer identisch. Adresse und Co. gehören – im Gegensatz zum Anschreiben – nicht gleich zu Beginn, sondern am Ende der E-Mail rein.

Beispiel-Signatur
Die wichtigsten Kontaktinformationen auf einen Blick: eine saubere Signatur hilft

Setzen Sie sich auf BCC

Damit Sie sicher wissen, ob Ihre Bewerbungs-E-Mail mitsamt Anhang erfolgreich verschickt wurde, setzen Sie eine Ihrer E-Mail-Adressen oder die eines Bekannten auf BCC (Blind-Kopie). Der Empfänger bekommt davon nichts mit und Sie können beruhigt sein, dass ein Nichterreichen der Nachricht nicht Ihr Fehler war.

Karriere Blog Dienst-Tags KW9

26. Februar 2013

Jeden Dienstag „Dienst-Tags“: lesenswerte Artikel kombiniert mit unserer Verschlagwortung (Tags, Labels, Stichwörter) von Nachrichtenseiten, Blogs und Unternehmen in einer wöchentlichen Link-Schau.

Sie kennen oder haben so einen Artikel? Schicken Sie ihn uns!

#Fotos
Alles Verhandlungssache: Wenn die Fotomodelle der typischen Karrierefotos als eigene Mitarbeiter ausgegeben werden, fühlt sich der Kunde zu Recht verschaukelt.

#Bewerbung, #Personaler
W&V: Heineken stellt sein Bewerbungsgespräch ein wenig um: Für die Anwärter heißt das Stresstest statt Krawatte richten

#Social Media, #Meinung
Süddeutsche.de: Hilmar Kuthe schreibt über die Gratwanderung von ständiger Erreichbarkeit und den immer öfter vernachlässigtem Wunsch nach Ruhe und Alleinsein, um die eigenen Gedanken zu ordnen.

#Unternehmen
karrierebibel: Ein teamfähiger Chef gewinnt? Leider nicht, sagt karrierebibel und beruft sich auf eine Studie von drei Professoren aus Chicago.

Einstellungsgespräche und ihre Gesetze – Teil 2

21. Februar 2013

Sind Fragen von Personalern unzulässig, darf in der Antwort gelogen werden, ohne dass der Bewerber Konsequenzen fürchten muss. Nach Teil 1 folgt hier eine genauere Auflistung: was gilt für wen und wann?

Grundsätzlich erlaubt

Für nahezu alle Branchen sind diese Fragen in Einstellungsgesprächen absolut legitim und müssen wahrheitsgemäß beantwortet werden:

  • Bisheriger beruflicher Werdegang inkl. Gehaltshöhe, sofern die neue noch nicht feststeht
  • Krankheiten, welche für die neue Anstellung relevant sind: wenn sie auf die auszuübende Tätigkeit keinerlei Auswirkung haben, müssen sie vom Bewerber auch nicht genannt werden.
  • Sofern eine Schwerbehinderung eingetragen ist, darf auch nach deren Eigenschaften gefragt werden
  • Konkrete Vorstrafen, welche den Job betreffen

Bei diesen zulässigen Fragen gilt aber: sie müssen gestellt werden, um an die Informationen zu kommen. Von sich aus muss der Bewerber nicht alles von selbst preisgeben. Diese Offenbarungspflicht besteht nur in ganz außergewöhnlichen Fällen.

Grundsätzlich unzulässig

Diese Fragen dürfen grundsätzlich nicht gestellt werden. Fallen sie trotzdem, darf der Bewerber in der Antwort lügen, ohne rechtliche Konsequenzen wie Abmahnung oder fristlose Kündigung fürchten zu müssen:

  • Zugehörigkeit in einem Betriebsrat oder einer Gewerkschaft
  • Die Religions- oder Glaubensgemeinschaft
  • Sexuelle Orientierung
  • Krankheiten und Vorstrafen im Allgemeinen
  • Schwangerschaft

Wird bei diesen Fragen bewusst die Unwahrheit gesagt, fällt dies nicht unter arglistige Täuschung nach § 123 BGB. Das ist ein entscheidender Vorteil für den Arbeitnehmer: normalerweise kann – wird ihm nachträglich eine arglistige Täuschung bewiesen – der Angestellte fristlos entlassen werden. Davor ist er durch die gesetzlichen Vorschriften geschützt.

Vorher informieren

Nicht oft genug muss aber betont werden, dass sich der Bewerber vor dem Gespräch informieren soll und sich nötigenfalls rechtlichen Beistand sucht. Nur ein Rechtsanwalt kann gesicherte Auskunft geben, welche Fragen für den neuen Job wirklich unzulässig sind und falsch beantwortet werden dürfen, ohne dass ein Nachspiel droht.

Foto-Nachbericht: HRMC 2012 in München

24. Oktober 2012

Fach- und Führungskräfte (verzweifelt) gesucht – die besten Lösungen für das Personalmarketing im Mittelstand. Das war das diesjährige Thema für den Human Resource Marketing Congress 2012, kurz HRMC 2012. karriereblog.net war dabei und bloggt die eigenen Eindrücke.

09:15: Ankunft. Ich kenne das Gebäude, doch ist es trotzdem immer wieder eindrucksvoll. Organisatorin Sabine Vockrodt wird später davon reden, dass so manche Geschäftspartner wohl nur wegen der hervorragenden Aussicht im 26. Stock und  des ausgezeichneten Betriebs-Restaurants (Kantine wäre in der Tat falsch formuliert) nach München zur Süddeutschen kommen. Die über 120 Gäste der Veranstaltung dürften spätestens nach dem Mittagessen und dem Get-Together ab 17:30 Uhr davon durchaus überzeugt sein.

09:35: Start. Fast pünktlich werden in weniger als 10 Minuten die organisatorischen Angelegenheiten abgehandelt. Wir lernen: Die Fahrstühle sind nicht ganz handelsüblich und erfordern etwas mehr Aufmerksamkeit, außerdem ist für Mittagessen und WLAN gesorgt. Letzteres ist wichtig, damit schnell und effizient mit dem Hashtag #hrmc12 getwittert werden kann.

09:43: WESTPRESS. W&V führt den HRMC zusammen mit WESTPRESS durch. Wie sich herausstellt, kein Fehlgriff: gute Organisation und eine genauso dicke wie hochwertige Begleitmappe sind bereits die ersten positiven Eindrücke, die sich aufdrängen.

10:00 Uhr: OTTO. Der erste Vortrag an diesem Dienstag ist von Sonja Königsberg, Leiterin beim Personalmarketing von OTTO. Sie berichtet von ihren Erfahrungen mit der Azubi-Kampagne im August 2012 und gibt konkrete Tipps für den Mittelstand für ihre aktive Suche nach künftigen
Arbeitnehmern. Am Ende ihrer Präsentation tauchen viele Fragen auf, die Sonja Königsberg dazu verlocken, ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern. So war der Radiospot das teuerste an der

Kampagne, sehr zur Überraschung der Besucher. Diese hätten auf da

s professionell gefilmte Video getippt, von dem ein 30 sekündiger Trailer gezeigt wurde,
da das eigentliche Video den Rahmen sprengen würde. Nochmal ein 5-Minuten Video würde sie für so eine Kampagne nicht machen, verriet sie auf Nachfrage.

In der Kürze liegt die Würze: der Aufmerksamkeitsspanne für Videos auf Youtube zuliebe sollten die 3 Minuten nicht überschreiten.

10:30 Uhr: Vortrag von Micaela Saeftel, Leiterin des Global Trainee Program bei ABB. Fachkräfte aus aller Welt in aller Welt einsetzen – diese kleine Aufgabe obliegt dieser Frau. Dass das mit vielen Hindernissen verbunden ist, erläutert sie in vielen kleinen und witzigen Anekdoten: oder wussten Sie, dass in Indien ein Meeting für 8 Uhr angesetzt wird, der erste um 9 und der letzte gegen 10 kommt? Darauf muss man sich einstellen, so die Referentin. Ein durchaus spannender Vortrag, doch wohl leider für die Mittelschicht nur zum Teil wirklich relevant. Unserer Meinung nach hätte dieser Vortrag in den gesplitteten Bereich gehört und dafür die Präsentation von Dorothee Pfeuffer über Hochschulmarketing hierhin gehört.

11:45 Uhr: Zwei Workshops zur selben Zeit: „Die richtigen Kanäle, der maximale Erfolg – so erstellen Sie den passenden Mediamix für Ihre Personalsuche“ und „Vom Campus ins Unternehmen – Hochschulmarketing und passende Kanäle.“
Hier mussten sich die über 100 Gäste aufsplitten, spannend waren mit Sicherheit beide. Wir lauschten Dorothee Pfeuffer von der Commerzbank AG. Viele interessante Aspekte wurden hier aufgegriffen: Studenten, die denken „die suchen nur die Besten, dazu gehöre ich nicht“. „Aber so kommen nicht die Besten, sondern die selbstbewusstesten Köpfe rein“, so die Leiterin des Personalmarketings der Bank.

Die meisten Bewerber seien alle schlau, aber dann trotzdem nervös bei der Bewerbung: die Commerzbank ist daher an 35 Hochschule präsent, bietet Bewerbertrainings an, aber auch Gastvorträge oder gar Sportveranstaltungen. Manager der ersten und zweiten Führungsebene sind hierfür Bindeglied zwischen Hochschule und dem Unternehmen.
Eine Frau aus dem Publikum berichtet von ihrer Erfahrung: mit großen Marken ist es leichter, in Hochschulen wirklich anzukommen – v.a. beim Dekan. Mittelständische Firmen haben es hier oft schwerer. Doch der Aufwand mit Kooperationen würde sich lohnen, so die einhellige Meinung.

13:00 Uhr: Pünktlich geht es in die Mittagspause und damit zum Schlemmen: viele sind angesichts der breiten Auswahl überfordert, aber letztendlich scheint sowieso alles zu schmecken. Ein sehr gutes Essen erfreut die Besucher, Hut ab!

14:00 Uhr: Monitoring und Social Media Kontrolle. Ira Reckenthäler präsentiert ihr Wissen über die Social-Media Arbeit. Nicht nur „Post & Pray“ (Wolfgang Brickwedde), sondern den eigenen Auftritt aktiv betreiben. Eindrücke von Mitarbeitern, Kritik erlauben. Social Media deckt eine falsche Fassade gnadenlos auf, so die Thesen. Eine reine Fokussierung auf die Anzahl der Likes und Follower macht nur in sehr wenigen Ausnahmen wirklich Sinn. Prioritäten genießen Zuhören und Reagieren, Social Media Seminare für Mitarbeiter mit definierten Richtlinien. „Identifikation erzeugt Integrität“
Viele Zahlen, viele Fakten, die hier präsentiert wurden. Erschlagen von der Mittagsmüdigkeit ging es dann ohne weiterer Fragen zum nächsten Programmpunkt. Zum Glück sind die präsentierten Thesen nochmal schriftlich in der Mappe.

 

14:45 Uhr: World Café. Diesmal vier Vorträge zur selben Zeit, die einen Diskussionsanstoß geben sollen. Die Ergebnisse wurden im Anschluss vor allen vorgetragen. So verpasste man (fast) nichts. Mobile Strategien im Recruiting war das Thema, das von Robindro Ullah vorgestellt wurde. Der Leiter des Personalmarketing bei der Deutschen Bahn stellte den Gästen zu Anfang ein kleines Rätsel, wer an welchen Tisch soll: ausgedruckte, aufeinandergestapelte Rechtecke sollten mit ein oder zwei Buchstaben verbunden werden, die am Tisch lagen. Klingt schwierig? Wer die Kampagne von Lego kannte, war sofort dabei, den anderen wurde dann natürlich geholfen. Quintessenz: QR-Codes, Augemented Reality und Co. – es gibt viele technische Möglichkeiten und auch der Mittelstand sollte die Augen offen halten, um nicht einen wichtigen Trend komplett zu verschnarchen.

16:30 Uhr: Endspurt. Wieder komplett versammelt, wurden die letzten Ergebnisse der vier World Cafés in jeweils fünf Minuten vorgestellt. Die Köpfe waren langsam aber sicher voll, die Besucher freuten sich auf den gemütlichen Ausklang in der 26. Etage.

17:30 Uhr: mit dem Fahrstuhl fast ganz nach oben. Hätte das Wetter mitgespielt, wäre ein Sonnenuntergang über München zu beobachten gewesen. Doch trotz Nebel bietet die über 90 Meter über den Erdboden gelegene Etage genug zum Staunen. Kleine Häppchen, Trinken, Gespräche: Netzwerken war angesagt und wurde in der stilvollen Atmosphäre mit Bier oder Wein genossen.

 

employerreputation – Interview mit Ina Ferber

11. September 2012

Ina Ferber, Expertin für Online-Recruiting, startete Anfang August ihr neues Blog rund um das Thema Employer Branding, Social Media und Recruitingstrategien. Bei karriereblog.net verrät sie in einem kurzen Interview, warum sie in die HR-Bloggerwelt einsteigt und was die Leser in Zukunft erwarten dürfen.

Was hat Sie bewegt, das Blog „employerreputation“ zu starten? Welche Ziele wollen Sie erreichen?

Ina Ferber

Employer Branding finde ich einfach spannend. Es gibt im Moment so viele interessante Ansätze, HR-Kommunikation in sozialen Netzwerken, Recrutainment, mobile Recruiting, virtuelle Arbeitsplätze und sogar Arbeitgeber-Imagewerbung im Fernsehen. Es macht mir Spaß, mit Fachkollegen, Managern und Recruitern über Wege und Strategien im Recruiting und Employer Branding zu diskutieren.
Mir geht es jedoch nicht nur darum, an einem intelligenten Austausch Spaß zu haben. Mein Wunsch ist auch, etwas zu bewegen. Der Fachkräftemangel schränkt viele Unternehmen ein. Das reduziert nicht nur unseren Wohlstand, das beschränkt auch unseren Spielraum für Kreativität, Erfolg und Selbstverwirklichung. Deswegen möchte ich mich an der öffentlichen Auseinandersetzung beteiligen. Vielleicht findet sich ja im Diskurs mit Experten und Unternehmen die eine oder andere Antwort auf unsere Bildungsprobleme oder auf die Herausforderungen des demografischen Wandels.

Ihr erster Eintrag zum Thema „Fachkräftemangel“ ist sehr ausführlich und gut recherchiert und mit Quellen belegt. Wie viel Zeit haben Sie hierfür investiert und wie viel wollen Sie für weitere Beiträge aufwenden?

Vielen Dank für das Kompliment! Es ist mir wichtig, meinen Lesern Qualität zu liefern. Den ersten Artikel habe ich über ein paar Wochen vorbereitet, natürlich neben einem Vollzeitjob. Sicherlich werden Praxisbeispiele etwas weniger aufwendig sein. Insgesamt werde ich jedoch lieber etwas mehr Zeit in einzelne Beiträge investieren und dafür nur ca. alle zwei Wochen Blogposts veröffentlichen.

Was können wir in Ihrem Blog noch erwarten?
       
In den ersten Beiträgen habe ich mich mit Grundlagen beschäftigt, die Situation am Arbeitsmarkt analysiert, Basis-Strategien im Umgang mit dem Fachkräftemangel dargestellt. In den nächsten Wochen werden Fallstudien im Sinne von „Best Practice“ dazukommen. Beispiele für gelungenes Auslandsrecruiting, spannende Arbeitgeberimage-Videos oder mobile Kampagnen – immer wenn mir gelungene Beispiele für HR-Kommunikation und Recruiting begegnen, werde ich darüber bloggen.

Was haben Sie noch für Wünsche für Ihren Blog?

Was sich jeder Blogger wünscht: Viele Kommentare und eine rege Diskussion.

Human Resource, Fachkräftemangel und Marketing Congress

1. September 2012

Nach wie vor ist der Fachkräftemangel in aller Munde: Geburtenrückgang, zu hohes Lohnniveau in Deutschland, schlechtes Bildungssystem, kein attraktives Zuwanderungsmodell für gut ausgebildete, junge Arbeitskräfte – vieles wird als Grund angeführt, doch was stimmt wirklich?

Statt grauer Theorie lädt die W&V Job-Network und Westpress Agentur zum Human Resource Marketing Congress, kurz HRMC 2012 am Dienstag, 23. Oktober in München, um das Thema Fachkräftemangel aus erster Hand aufzurollen: Vertreter von Unternehmen wie Otto, ABB oder Deutsche Bahn berichten über ihr Personalmarketing und Möglichkeiten, Fachkräfte erfolgreich anzuwerben.
Eine kurze Nachfrage bei Sabine Vockrodt von W&V ergab, dass bereits über 100 Teilnehmer erwartet werden und die Veranstaltung somit sehr gut besucht werden wird.

karriereblog.net wird ebenfalls vor Ort sein und anschließend über die Veranstaltung berichten!

Alle Infos zum HRMC gibt es bei W&V

Einstellungsgespräche und ihre Gesetze – Teil 1

23. März 2012

Fast jeder, der einer bezahlten Tätigkeit nachgeht, kennt das Vorspiel: nach erfolgreicher Bewerbung lädt das Unternehmen zum Einstellungsgespräch. Dass es hierbei etliche Stolperfallen gibt, ist jedem klar. Doch dass der Bewerber zum Beispiel bewusst lügen darf, ohne rechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen, schon wieder nicht.

Natürlich gilt das soeben Genannte nur sehr eingeschränkt, aber es zeigt sehr schön, dass eine richtig gute Vorbereitung unablässig ist.


Der Gesetzgeber in Deutschland aber auch die EU regelt, was rechtlich zulässige Fragen sind und was nicht. Nun gibt es nicht wirklich einen Katalog mit sämtlichen Einzelfällen, sondern eine Vorgabe, welche dann auf jeden persönlich umgemünzt werden muss. Der Personaler darf grundsätzlich alles fragen, was für das Arbeitsverhältnis relevant ist. Das klingt schon alles ein wenig kompliziert und für Laien eher schwer verständlich.

Zulässig oder verboten?

Der Arbeitgeber darf im Bewerbungsgespräch durchaus fragen, ob ich eine Vorstrafe wegen Unterschlagung habe, wenn ich -mal angenommen- bei einer Bank anfingen will. Auch ein Taxiunternehmen darf wissen, ob ich wegen Fahren unter Alkoholeinfluss schon einmal Schwierigkeiten mit der Justiz hatte. Ob diese Vorstrafe wiederum eine Bank zu interessieren hat, die einen Büromitarbeiter einstellt, ist hingegen schon fraglich.

Ist das Thema Vorstrafen noch ein wenig undurchsichtig, gibt es zu anderen Fällen ein paar ganz konkrete Entscheidungen, unter anderem vom Europäischen Gerichtshof. Fragen, welche zur Schwangerschaft gestellt werden, sind unzulässig (PDF hier). Taucht im Arbeitsvertrag die Frage nach der Schwangerschaft auf („Sind Sie schwanger, wenn ja, welcher Monat“ / „Ist eine Schwangerschaft geplant?“ etc.), kann der Arbeitgeber dafür abgemahnt werden!

Lügen erlaubt?

Um solchen Abmahnungen zu entgehen, stehen diese Fragen dann nicht im schriftlichen Vertrag; der Personaler ist aber durchaus vom Chef oft angehalten, die Antworten hierzu herauszufinden. Nun hätte also die Bewerberin die Möglichkeit, die Antwort auf die Frage der Schwangerschaft zu verweigern. Doch gerade im Gespräch kann das sehr unangenehm wirken – und genau deswegen erlaubt der Gesetzgeber bei unzulässigen Fragen- und nur hier – konkret das Lügen.
Denn wird die Antwort verweigert, kann sich der Fragesteller schon denken „aha, dann ist wohl…“ und entsprechend seine Entscheidung zum Nachteil des Bewerbers fällen. Eine Lüge bei einer unzulässigen Frage hingegen ist – sollte sich später eben anderes rausstellen – kein Grund für eine Abmahnung oder Kündigung.

Deutsche Bahn Karriere im Social Web

29. April 2011

Die Deutsche Bahn macht mobil – jetzt auch auf der sozialen Plattform Facebook und bestreitet somit als einer der größten deutschen Ausbilder einen neuen Weg des Recruitings. 

Bereits länger ist die Bahn mit Werbeaktionen und Informationen zu aktuellen Karrieremöglichkeiten bei Twitter vertreten, da scheint es nur konsequent, diese Strategie über andere Plattformen weiter zu verfolgen. So ist neben dem an sich gelungenen Facebook Auftritt auch Interessantes auf Youtube zu finden.

„An sich“ deshalb, weil das Design ein wenig entgleist wirkt – die eigentlich wichtigen Verknüpfungen für den ersten Eindruck für die jeweilige Zielgruppe – „Schüler, Studenten, Berufserfahrene“ ist unglücklicherweise ein wenig versteckt.

Nichtsdestotrotz wirkt das Konzept „Fürsprecher“ gelungen und attraktiv für Karriere-Hungrige. Denn vor allem Empfehlungen von Gleichaltrigen finden besonderes Gehör und wirken ehrlicher als reine Werbetexte. Wir dürfen gespannt sein, welche Unternehmen nachziehen und kreative Ideen für die Anwerbung von guten Mitarbeitern aus der Tasche zaubern.

Absage wegen Online-Mobbing

17. April 2011

Karriere machen heißt bekanntlich vor allem eines: flexibel sein. Doch der Grundbaustein des eigenen Aufstiegs ist und bleibt die erste Bewerbung. Dass diese ganz anders verlaufen kann als geplant, ist weit bekannt. Aber in Zeiten von googelnden Personalern und Social Media häufen sich die Überraschungen, die einen zukünftigen Mitarbeiter beim ersten Gespräch erwarten.

So bekam eine potenzielle Bewerberin eine Absage, da über sie schlecht im Internet geredet wurde: eine ehemalige Mitschülerin hatte sie mit vollem Vor- und Nachnamen auf ihrer Web-2.0 Profilseite erwähnt und geschrieben, dass sie büßen solle für das, was sie ihr angetan habe. Das hat das Unternehmen offenbar so abgeschreckt, dass sie nicht weiter als neue Angestellte in Betracht kam.
Um solch einem Fauxpas vorzubeugen empfiehlt es sich, sich selbst vor einer Bewerbung ausführlich im Internet zu suchen. Dabei sollte man aber nicht nur auf Google zurückgreifen, sondern auch Bing und Yahoo mit einbeziehen. Vor allem die Suchmaschine von Microsoft hat z.B. bei Anfragen bezüglich Facebook die Nase vorn und liefert mehr Ergebnisse.
Hat sich ein unliebsamer Eintrag bei Google gefunden, gibt es unter anderem hier die Möglichkeit, eine Löschung des Sucheintrages zu beantragen.
Ist der eigene Internet-Ruf in Ordnung gilt dann die volle Konzentration auf die restlichen Kleinigkeiten einer ordentlichen Bewerbung.