Karrierekiller

Burnout: Für den Job (ver)brennen

21. März 2014

Wer für den Job brennt, macht schnell Karriere? Ein Mythos. Wer für den Job brennt, droht zu verbrennen – erster Weg zum Burnout.

Burnout entsteht nicht nur durch viel Arbeit, sondern durch Enttäuschung, wie das Hamburger Abendblatt berichtet. Gerade Hochschulabsolventen seien davon besonders betroffen. Dies begründet Diplom-Psychologin Babara Bott damit, dass ihnen im Studium falsche Vorstellungen vom Berufsleben suggeriert werden. Sie lernen verschiedene Methoden zur Personalführung und stellen dann fest, dass ihr Chef diese nicht anwendet. Das ist erst einmal ein Schock.

Motivation leidet unter Realitätsschock

Die anfängliche Motivation nach dem Studienabschluss bekommt einen Knacks. Der Arbeitnehmer brennt eben nicht mehr so sehr für den Job.
Aber auch wer das tut, der befindet sich auf dem besten Weg zum Burnout. „Muss ich aber für meinen Job brennen, um erfolgreich zu sein? Nein. Wer brennt, kann verbrennen, also von der Arbeit krank werden“, sagt Neurochirurg Christoph Woernle in der ZEIT. Er hat für sich einen besseren Weg gefunden, seinen Job gewissenhaft und gut zu machen und sich selbst dabei nicht zu vernachlässigen: „Ich brenne für den Ausgleich und das Leben. Erst dadurch bin ich im Job erfolgreich.“

Unter dem Druck des Perfektionismus

Vor allem Absolventen und Berufseinsteigern fehlt das Feedback auf Leistungen, die in der Schule und im Studium mittels Noten gewährleistet wurden. Weiter steigt der Druck, da die ersten Arbeitsverträge meist befristet sind, wie Claus Zimmermann von Coaching4Profession gegenüber dem Hamburger Abendblatt erklärt. Daher nimmt der Ehrgeiz, immer perfekt und besser als die anderen sein zu wollen irgendwann überhand. Dann kommt der burnout plötzlich ganz rasant.
Betroffene selbst erkennen oft die Symptome nicht oder wollen sich nicht eingestehen, dass sie schnurstracks auf einen Burnout zusteuern. „So ist das Leben im Job nun mal“, heißt es oft. Hier sind Angehörige und Freunde besonders gefragt, um den Betroffenen darauf aufmerksam zu machen.
Der erste Schritt zur Erkennung eines Burnouts und zum Einleiten von Gegenmaßnahmen, ist ehrlich zu sein und zwar sich selbst gegenüber.

Burnout kann wirklich jeden treffen und wird in jeder Branche, jeder sozialen Schicht und jedem Job beobachtet.

Karriere Blog Dienst-Tags KW12

19. März 2013

Jeden Dienstag „Dienst-Tags“: lesenswerte Artikel kombiniert mit unserer Verschlagwortung (Tags, Labels, Stichwörter) von Nachrichtenseiten, Blogs und Unternehmen in einer wöchentlichen Link-Schau.

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#Fachkräftemangel, #Ausbildung
Personalmarketing 2 Null beleuchtet die Recruiting-Kampagne der Deutschen Bahn aus Endanwendersicht – mit überraschenden Ergebnissen

#Karrierekiller
Süddeutsche.de über 450 Euro Job statt Karriere – die Chancen auf eine reguläre Beschäftigung sinken mit der Zeit

Ist die Elternzeit ein Karrierekiller?

11. März 2013
Symbolbild Karriere Jetzt!

Karriere jetzt // Symbolbild

Das Bundesfamilienministerium hält in einer bisher noch unveröffentlichten Elternumfrage ernüchternde Zahlen bereit: 38 Prozent der Frauen sehen ihre berufliche Karriere negativ beeinträchtigt, weil sie wegen ihrem Nachwuchs in Elternzeit gingen. 

In der Befragung von Ende Januar bis Mitte Februar wurden 4000 Väter und Mütter zum beruflichen Fortkommen nach der Babyzeit interviewet – und eine überraschend schlechte Lage festgestellt: Fast vier von zehn Müttern und über ein Viertel aller Väter sind unzufrieden mit den Bedingungen während und nach der Elternzeit. Karriere vs. Kindererziehung
Zwar fühlen sich die meisten Befragten durchaus vom Chef unterstützt, jedoch glauben viele, dass verringerte Arbeitszeiten nicht mit der Karriere vereinbar sind. Kristina Schröder, Bundesfamilienministerin, erklärte der Welt am Sonntag, dass es sie sorgenvoll stimme, dass zu viele Eltern karrieretechnisch auf der Verliererseite landen, bloß weil sie Angebote wie Heim- oder Teilzeitarbeit nutzen würden.

Gesetzlicher Anspruch von Teilzeit auf Vollzeit soll kommen

Eltern, die aufgrund ihres Nachwuchses in Teilzeit wechselten, sollen künftig einen Anspruch auf die Rückkehr zu einem Vollzeit-Posten erhalten. Die gesetzliche Grundlage hierfür wird aber frühestens in der kommenden Legislaturperiode umsetzbar sein, da eine solche Regelung nicht im Koalitionsvertrag mit der FDP geregelt ist. Die Liberalen dürften bei dieser Thematik auch eine komplett entgegenstehende Meinung vertreten, da die Regelung eine Belastung für die Unternehmen darstellt. Vor allem die kleinen und mittelständischen Unternehmen können nicht so leicht einen Vollzeitjob auf Vorrat halten.

Die Richtung stimmt

Die Umfrage zeigt: ja, ein Baby kann auch jetzt im Jahr 2013 das berufliche Fortkommen beeinträchtigen. Aber ein gesetzlicher Anspruch auf Elternzeit und zukünftig vielleicht auch der auf einen Vollzeitjob könnte das Problem Kind als Karrierekiller weiter minimieren. Wichtiger als die Paragraphen sind aber die Firmenphilosophien, welche die Möglichkeit der Nachwuchsförderung wirklich umsetzen.

Auswirkungen des Web 2.0 auf Ihren Karriereweg

16. April 2012

Facebook, Xing, youtube, flickr und studiVZ haben das Leben der „Social Media Generation“ um einiges bereichert. Es ist nun leichter mit seinen Freunden in Kontakt zu bleiben, auch wenn einem tausende Kilometer von einander trennen. 

Durch das Hochladen von Fotos und das Schreiben von Statusmeldungen kann man das Erlebte mit seiner Social-Media-Communitiy teilen. Was jedoch oft vergessen wird, ist der Fakt, dass Informationen, Statusmeldungen und Bilder nicht einfach aus dem Internet verschwinden, wenn man auf den Löschen-Button klickt oder dass nur eine bestimmte Gruppe von Menschen einen Zugriff auf die Daten hat. So ergab beispielsweise eine Studie, dass rund jedes zweite Unternehmen bereits im Internet nach Informationen über ihre Bewerber und Mitarbeiter sucht und in vielen Fällen auch fündig wird.

Schaden öffentlich gemachte Meinungen?

Das Web 2.0 basiert auf der Idee dem Internet interaktive und kollaborative Elemente hinzuzufügen. Der Nutzer ist nicht nur mehr Konsument der angebotenen Informationen und Dienstleistungen sondern produziert diese auch selbst beispielsweise durch Statusmeldungen auf Facebook oder Tweets bei Twitter. Genau dieses Offenlegen privater Informationen macht den Arbeitnehmer zu einem gläsernen Mitarbeiter oder einen Bewerber zu einen leicht zu durchleuchtenden Menschen für ein jedes Unternehmen.

„Ego-Googeln“

Ein kleiner Test, welche Informationen wirklich problemlos über Sie im Internet zu finden sind, bietet das „Ego-Googeln“. Geben Sie Ihren Namen einfach in eine Suchmaschine ein und durchstöbern Sie die ersten Ergebnisse, dies wird auch häufig von Personalmanagern gemacht und darum bietet es sich auch an, hier einmal eine Warnung auszusprechen. Viele Menschen sich nämlich nicht bewusst, dass Informationen von Dritten eingesehen werden können. Dies kann nicht nur negative Auswirkungen für Bewerber auf ihre Jobsuche haben, sondern kann jeden treffen. So entstand mittlerweile ein neuer Beruf, welcher sich Reputationsmanager nennt. Dessen Aufgabe ist es das virtuelle Profil von Personen wieder zu bereinigen.

Tipps für die Gratwanderung

Damit es erst gar nicht so weit kommt, werden im Folgenden ein paar Tipps, wie Sie Ihr virtuelles Profil am besten verwalten können, ohne dass es Ihren Ruf schadet, gegeben:

  • Wenn Sie bereit sind private Informationen online zu stellen, achten Sie immer darauf, um welche Information es sich handelt.
  • Machen Sie sich bewusst, dass dritte Personen Ihre Daten einsehen können, also verwalten Sie diese dementsprechend.
  • Vermeiden Sie unnötige Verlinkungen auf Partyfotos, welche Sie im angetrunkenen Zustand zeigen. Solche Fotos werden auch nicht selten bei den Suchmaschinenergebnissen aufscheinen, wenn sie nach Ihrem Namen suchen.
  • Sollten Sie diese Social Media nur für berufliche Zwecke verwenden, melden Sie sich bei Xing oder LinkedIn an. Diese Plattformen wurden für den Informationsaustausch von Firmen und privaten Personen gegründet.
  • Pflegen Sie die veröffentlichten Daten.
  • Sollten Sie auf Blogs und anderen Foren unterwegs sein, so stellt sich die Frage, ob man dies nicht unter einem Pseudonym tut, da mögliche Kommentare oder Einträge keinen positiven Anklang finden können und dank des Internets lange mit Ihrem Namen assoziiert werden können.
  • Informieren Sie sich auf den benützten Plattformen über Privatsphäre-Funktion und weitere Veränderungen, wie beispielsweise die neue Facebook-Chronik.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Web 2.0 aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken ist. Es stellt eine große Chance als auch eine große Gefahr für das Selbstmarketing jedes Menschen dar. Darum verwenden Sie diese Medien immer mit Vorsicht denn eine zu hohe Transparenz erzeugt nicht immer nur Glaubwürdigkeit!

Gastbeitrag von Klara Wurzer

Social-Media Verbot für Personaler?

2. März 2012
Der aktuelle Gesetzentwurf der Bundesregierung für eine bessere Regelung der persönlichen Daten im Betrieb birgt so allerlei Zündstoff. Nicht nur, dass das Bundesministerium die Arbeitnehmer vor künftigen Datenschutzpannen großer Arbeitgeber schützen will. Vor allem scheint der Gesetzgeber im Hier und Jetzt angekommen zu sein und bezieht explizit soziale Netzwerke in sein neues Regelwerk mit ein.
Der Entwurf sieht vor, dass der Arbeitgeber keine Daten aus sozialen Netzwerken verwenden darf, wenn das schutzwürdige Interesse des Beschäftigten das berechtigte Interesse des Arbeitgebers überwiegt. Lediglich eine Ausnahme ist zulässig: dient das Profil geschäftlichen Zwecken (also z.B. die eigene Webseite oder ein Xing-Profil), ist für den Chef alles im grünen Bereich.
Folgen für den Arbeitgeber
Doch was bedeutet der Entwurf für den Arbeitgeber, der durch die privaten Webauftritte seines Angestellten zum Beispiel erfährt, dass er doch nicht so krank ist, wie er angibt? Das geplante Gesetz lässt durch seine Formulierung ausdrücklich darauf schließen, dass gerade die für Arbeitnehmer unvorteilhaften Informationen vom Arbeitgeber nicht verwendet werden dürfen. Sprich, dass selbst wenn der Chef sieht, sein Mitarbeiter war trotz Krankschreibung auf einer Party, er dies nicht als Anlass zur Kündigung nehmen darf – denn die Daten, was er krank und privat macht, wären dann unerlaubt erhoben worden.

Problemzone Bewerber

 

Kann dieses Szenario noch für den Arbeitgeber als zumutbar – sollte doch ein gewisses Vertrauensverhältnis zwischen Beiden bestehen- angesehen werden, wird es bei der Frage nach der Suche nach geeigneten Bewerbern auf eine freie Stelle schon schwieriger. Einem Personaler wird mit dem Internet und speziell den sozialen Netzwerken ein mächtiges Werkzeug zum Aussortieren der unzuverlässig wirkenden Kandidaten zur Seite gelegt. Er kann oft schon vor dem Bewerbungsgespräch herausfinden, ob es sich um einen aussichtsreichen Bewerber handelt, oder ob nicht doch eklatante Details in dem Anschreiben verschwiegen wurden.
Geht es nach dem Willen der Gesetzgeber, so soll die Quelle „Soziales Netzwerk“ dafür in Zukunft tabu sein. Dass das natürlich nicht wirklich zu kontrollieren ist, liegt auf der Hand. Aber als offizielle Begründung für eine Absage dürfen pikante Details aus dem privat publizierten Umfeld nicht mehr angeführt werden, denn sonst wäre ja offensichtlich, dass sich der Arbeitgeber über das „schutzwürdige Interesse des Beschäftigten“ hinweggesetzt hätte.
Bleibt also abzuwarten, ob der Entwurf tatsächlich so in geltendes Recht umgesetzt wird und – sollte es eins zu eins so kommen – die ersten Klagen auf Basis dieser Regelung bei den Gerichten eintreffen.

Krankgeschrieben und Feiern

7. April 2011

Krankgeschrieben, aber ständig in Social Networks unterwegs; ein ärztliches Attest liegt beim Arbeitgeber vor, aber am Abend lockt dann doch die Disco: oft führt so ein Verhalten zu einem kleinen aber fiesen Karriereknick im Lebenslauf.

Wenn sich der Chef nach einer kurzen Recherche bei den Statusmeldungen seiner Bediensteten in unschöner Form wiederfindet ist wohl Ärger vorprogrammiert. Seiten wie youropenbook.org erlauben ein durchaus interessantes Stöbern und zeigen ganz deutlich, wie unbedarft viele Personen mit ihren Privatsphäreneinstellungen umgehen. Doch solche unbedachten Handlungen können durchaus eine Abmahnung oder, wie in Frankreich schon vom Gericht entschieden, gar eine Kündigung nach sich ziehen.

Doch dass wir gar nicht so weit blicken müssen, zeigt ein Beispiel, das ich selbst vor ein paar Jahren erlebt habe: als ich regelmäßig mit der Spiegelreflex unterwegs war, um Bilder aus dem Nachtleben zu schießen, kam eine junge Frau auf mich zu und meinte, dass sie das Foto von sich und ihren Freunden letztes mal mehrere hundert, wenn nicht gar tausend Euro gekostet hätte.

Verwirrt hakte ich nach, was sie damit meinte: ihr Chef fand das von mir aufgenommenes Bild auf ednetz.de.
Das Problem: der Entstehungstag ist natürlich dokumentiert – aber zur fraglichen Zeit war die Frau eigentlich krankgeschrieben und hätte sich zuhause erholen sollen, statt das Nachtleben unsicher zu machen. Daraufhin folgte offenbar der Entschluss, die geplante Beförderung zurückzuziehen und in diese Richtung erst mal keine weitere Anstrengungen zu unternehmen.