Bewerbung

Einstellungsgespräche und ihre Gesetze – Teil 2

21. Februar 2013

Sind Fragen von Personalern unzulässig, darf in der Antwort gelogen werden, ohne dass der Bewerber Konsequenzen fürchten muss. Nach Teil 1 folgt hier eine genauere Auflistung: was gilt für wen und wann?

Grundsätzlich erlaubt

Für nahezu alle Branchen sind diese Fragen in Einstellungsgesprächen absolut legitim und müssen wahrheitsgemäß beantwortet werden:

  • Bisheriger beruflicher Werdegang inkl. Gehaltshöhe, sofern die neue noch nicht feststeht
  • Krankheiten, welche für die neue Anstellung relevant sind: wenn sie auf die auszuübende Tätigkeit keinerlei Auswirkung haben, müssen sie vom Bewerber auch nicht genannt werden.
  • Sofern eine Schwerbehinderung eingetragen ist, darf auch nach deren Eigenschaften gefragt werden
  • Konkrete Vorstrafen, welche den Job betreffen

Bei diesen zulässigen Fragen gilt aber: sie müssen gestellt werden, um an die Informationen zu kommen. Von sich aus muss der Bewerber nicht alles von selbst preisgeben. Diese Offenbarungspflicht besteht nur in ganz außergewöhnlichen Fällen.

Grundsätzlich unzulässig

Diese Fragen dürfen grundsätzlich nicht gestellt werden. Fallen sie trotzdem, darf der Bewerber in der Antwort lügen, ohne rechtliche Konsequenzen wie Abmahnung oder fristlose Kündigung fürchten zu müssen:

  • Zugehörigkeit in einem Betriebsrat oder einer Gewerkschaft
  • Die Religions- oder Glaubensgemeinschaft
  • Sexuelle Orientierung
  • Krankheiten und Vorstrafen im Allgemeinen
  • Schwangerschaft

Wird bei diesen Fragen bewusst die Unwahrheit gesagt, fällt dies nicht unter arglistige Täuschung nach § 123 BGB. Das ist ein entscheidender Vorteil für den Arbeitnehmer: normalerweise kann – wird ihm nachträglich eine arglistige Täuschung bewiesen – der Angestellte fristlos entlassen werden. Davor ist er durch die gesetzlichen Vorschriften geschützt.

Vorher informieren

Nicht oft genug muss aber betont werden, dass sich der Bewerber vor dem Gespräch informieren soll und sich nötigenfalls rechtlichen Beistand sucht. Nur ein Rechtsanwalt kann gesicherte Auskunft geben, welche Fragen für den neuen Job wirklich unzulässig sind und falsch beantwortet werden dürfen, ohne dass ein Nachspiel droht.

phildub.com – Bewerbung als Amazon-Produkt

19. Februar 2013

Es gibt nicht viele kreative Bewerbungen, die die ganze Welt kennen lernt. Doch wenn dem so ist, dann immer aus gutem Grund. Neuestes Beispiel ist eine Bewerbung zum Web Product Manager, die als Amazon-Seite daherkommt.

Mit Liebe zum Detail: Phils Bewerbungsseite

Die liebevoll detailreich gestaltete Seite bietet alle Infos, die eine Bewerbung enthalten muss, ganz gleich wer der endgültige Adressat ist. Da der Auftritt laut eigenen Angaben bereits über 1,3 Millionen Besucher innerhalb der letzten drei Wochen auf die Seite lockte, sollte sich wohl bald ein passender Arbeitgeber finden lassen.

Es sind vor allem die Kleinigkeiten, welche die Verweildauer auf der Seite enorm erhöhen. Wer sich hier durchklickt bekommt einen Eindruck seiner Kreativität, z.B.

  • Bei dem Feld Search statt „Job Candidate“ eine andere Rubrik auswählen
  • „Add to Wedding Registry“ anklicken
  • Weiter unten „Why the heck am I seeing this advertisement??“ anklicken
Wir wünschen Phillippe Dubost viel Glück und Erfolg bei seinem Projekt „eigene Karriere“

 

Jetzt immer Karriereblog Dienst-Tags

19. Februar 2013

Wir bauen Karriereblog.net weiter aus und bringen ab sofort jeden Dienstag die „Dienst-Tags“: lesenswerte Artikel kombiniert mit unserer Verschlagwortung (Tags, Labels, Stichwörter) von Nachrichtenseiten, Blogs und Unternehmen zusammengefasst in einer wöchentlichen Link-Schau.

Sie kennen oder haben so einen Artikel? Schicken Sie ihn uns!

#Ausbildung, #Fachkräftemangel
Süddeutsche.de 500 Euro Prämie bei bestandener Zwischenprüfung, nochmal 500 Euro extra bei Abschluss der Lehre, andere werben gar mit Kleinwagen für die Azubis – wie mittelständische Unternehmen gegen den Nachwuchsmangel vorgehen.

#HR, #Bewerbung
Jannis Tsalikis macht sich interessante Gedanken über die Erfolgsquoten á la Conversion Rate bei Karriere-Seiten von Unternehmen.

#Social Media, #Recht
Internet-Law: So mancher Facebook-Nutzer verwendet ein Pseudonym für seinen Account, um beispielsweise den Chef auf Abstand zu halten. Ein Recht darauf hat er beim größten Social Network aber nicht.

#Unterhaltung
Phillip Steuer: „Ich sollte schlafen gehen, aber…“

Dresscode für die Bürowelt

14. September 2012

Stilsicher auf der Karriereleiter: für das Vorstellungsgespräch extrem wichtig, für den Büroalltag aber auch nicht zu unterschätzen: die richtige Kleidung. Alba Moda nahm sich der Sache an, um einen kurzen und vor allem anschaulichen Überblick zu geben:

  Alba Moda Business Outfits

Wie Sie Ihren Lebenslauf für die Jobsuche aufpolieren

6. Juli 2012

Der Lebenslauf stellt das tragende Element bei der schriftlichen Bewerbung dar, denn mit diesem Dokument macht das einstellende Unternehmen sich ein Bild über jeden einzelnen Bewerber. Sie müssen also einen sehr guten ersten Eindruck auf dem Papier hinterlassen, um mit dem Lebenslauf auch zu überzeugen. Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie Ihren Lebenslauf für mehr Erfolg bei der Jobsuche optimieren können.

Jobsuche (c) contrastwerkstatt – Fotolia.com

Schlüsselwörter verwenden

Bei der Beschreibung früherer Jobs und Ihrer derzeitigen Tätigkeit sollten Sie am besten branchentypische Schlüsselwörter mit hohem Wiedererkennungswert verwenden. Diese sind dem Personalmanager sofort geläufig und er kann Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten besser einstufen. Da Arbeitgeber sich grundsätzlich nicht viel Zeit für die Durchsicht von Bewerbungen nehmen, ist die Chance so größer, dass Ihr Lebenslauf nicht aussortiert wird und dazu noch etwas weiter oben im Stapel landet.

Konkrete Angaben machen

Wenn Sie in Ihrem Lebenslauf über bisherige Leistungen sprechen, machen Sie so konkrete Angaben wie möglich: Die Anzahl der Mitarbeiter, für die Sie verantwortlich waren; der Gewinn, den Sie erzielt haben, usw. Statt einfach zu schreiben, dass Sie regelmäßig hohe Gewinne erzielt haben, werden Sie konkret. Der Arbeitgeber wird eher aufmerksam, wenn Sie sagen, Sie seien für ein zehnprozentiges Wachstum des Gesamtvertriebs verantwortlich gewesen. Konkrete Zahlen sind glaubwürdiger und lassen Ihre Erfolge deutlicher werden.

Bei der Wahrheit bleiben

Vorsicht ist geboten, wenn Sie Lücken im Lebenslauf kaschieren wollen. Bleiben Sie also grundsätzlich bei der Wahrheit. Nutzen Sie besser das Anschreiben um einen größeren Zeitraum näher zu erklären, in dem Sie keiner Tätigkeit nachgegangen sind. Auch ein „aufgehübschter“ Lebenslauf droht früher oder später aufzufliegen und dann sind Ihre Chancen auf den Job dahin. Schieben Sie also keinen Masterabschluss ein, obwohl Sie keinen haben und behaupten Sie nicht, Sie hätten noch einen Job, wenn Sie längst arbeitslos sind.

Korrekturlesen nicht vergessen


Ist Ihr Lebenslauf mit Fehlern bespickt, ist das nicht nur peinlich, sondern schmälert auch deutlich Ihre Chancen auf den Job. Die meisten Arbeitgeber gehen dann davon aus, dass Sie auch ähnlich nachlässig im Job sein werden. Aufmerksames Korrekturlesen sollten Sie also vor Abgabe Ihrer Bewerbung nicht vergessen. Achten Sie dabei vor allem auf Fehler, die von der Rechtschreibprüfung nicht aufgefangen werden, wie z.B. “seit” und “seid” oder “ihre” und “Ihre”.

Interessen und Hobbys

Wenn Ihre Interessen und Hobbys nicht wirklich etwas mit dem Job zu tun haben, auf den Sie sich bewerben, gibt es keinen Grund, sie in den Lebenslauf zu schreiben. Alle zutreffenden Verbindungen zwischen einem Hobby und der Stelle können Sie im Anschreiben verdeutlichen. Besser noch ist es, Erklärungen im Vorstellungsgespräch zu liefern, wenn Sie gefragt werden, was Sie so außerhalb der Arbeit gern machen.

Irrelevante Jobs streichen


Listen Sie im Lebenslauf nicht jeden einzelnen Job auf, den Sie je in Ihrem Leben hatten. Der Job als Zeitungsausträger im Alter von 15 Jahren ist für Ihre jetzige Karriere unerheblich. Es besteht also kein Grund, ihn in Ihren Lebenslauf aufzunehmen. Ihr Lebenslauf sollte nicht mehr als zwei Seiten umfassen, in den meisten Fällen genügt sogar eine Seite. Berücksichtigen Sie also nur Ihre jüngste und relevante berufliche Laufbahn.

Bewerbung und Jobsuche nach dem Studium

28. Juni 2012

Angebot und Nachfrage regieren bekanntlich auch auf dem Arbeitsmarkt. Abhängig von der Art des Abschlusses und der Wahl der Studienfächer haben einige frischgebackene Hochschulabsolventen bessere Chancen auf einen erfolgreichen Berufseinstieg als ihre Mitbewerber. 

Gerade im Bereich mancher Geisteswissenschaften ist es daher notwendig, nicht nur gute Abschlussnoten, sondern bereits erste Erfahrungen im Berufsleben vorweisen zu können. In jedem Fall sollte die Jobsuche nach dem Studium von langer Hand geplant werden, damit die Bewerbungsphase möglichst kurz ausfällt.

Erste Kontakte schon während dem Studium

Beispielsweise können angehende Akademiker schon während ihrer Abschlussarbeit erste Kontakte mit potenziellen Arbeitgebern knüpfen – das fertige Abschlusszeugnis kann bei einer Bewerbung vor Studienende häufig auch nachgereicht werden. Niemand muss also warten, bis die Bewerbungsunterlagen vollständig sind, da häufig die Korrektur von Hausarbeiten und Klausuren und die Aushändigung der Abschlusszeugnisse Wochen in Anspruch nehmen. Schon während des Studiums ist es darüber hinaus empfehlenswert, mittels Praktika, Nebenjobs oder freier Mitarbeit Berufserfahrungen zu sammeln und diese bei Bewerbungen auch detailliert aufzuführen. Zeugnisse, Zertifikate und Praktikumsbescheinigungen sind für Berufsanfänger somit unentbehrlich, um sich aus der Masse der Mitbewerber mit ähnlichen Abschlüssen positiv abzuheben.

Praktika gegen Lücken im Lebenslauf

Während Absolventen der Naturwissenschaften häufig sofort nach dem Hochschulabschluss eine Anstellung finden, erleben Geisteswissenschaftler gelegentlich eine Durststrecke, bis die Jobsuche endlich Erfolg hat. Diese Zeit sollte ebenso mit Praktika und freiwilligem Engagement überbrückt werden, so dass keine zu großen Lücken im Lebenslauf entstehen. Vor allem Absolventen mit wenig Berufserfahrung können diese Zeit des relativen Leerlaufs auch nutzen, um sich über ihre individuellen Zukunftsvorstellungen und Erwartungen von einer potenziellen Arbeitsstelle klar zu werden und Strategien für Jobsuche und Bewerbung zu entwickeln. Zusätzlich empfiehlt es sich, bei der Jobsuche auch die Hilfsangebote der lokalen Arbeitsagenturen und der Universität näher in Augenschein zu nehmen.

Die Jobsuche geht eher los

Viele Studenten haben zudem einen ganz bestimmten „Traumjob“ oder eine Branche wie das Verlagswesen vor Augen, welche ihnen besonders attraktiv erscheint. Gerade für den Einstieg ist es jedoch wichtig, auch Alternativen nicht außer Acht zu lassen und bei aller Flexibilität und Anpassungsfähigkeit die Nische im Arbeitsmarkt zu suchen, die den eigenen Fähigkeiten und Neigungen am besten entspricht. Auch wenn die ersten Bewerbungen wirklich erst nach dem Studienabschluss versandt werden, so beginnt die Jobsuche für Hochschulabsolventen also meistens schon lange vor dem Abschlusszeugnis.

Linktipp: Titanic Karriere

29. April 2012

Auch Titanic bietet den ein oder anderen Karriere-Tipp, seit gestern neu die „Powersätze fürs Bewerbungsgespräch Teil 1“ und heute frisch Teil 2
Unser vielleicht nicht ganz ernst gemeinter Rat: einfach mal ausprobieren 😉

Quelle: titanic-magazin.de

Bewerbungsmappen – Sind die heute noch notwendig?

18. April 2012

Die klassischen Bewerbungsmappen aus Karton oder Kunststoff waren einmal. Heute bewirbt man sich online: per E-Mail oder Bewerbungshomepage, über XING oder andere Internet-Stellenbörsen. Da braucht man keine Bewerbungsmappen mehr. Außerdem kosten die zu viel!

Was ist dran an der Aussage? Richtig ist, dass seit einigen Jahren das Internet Einzug in die Bewerbungs- bzw. Recruitingwelt genommen hat. Klassische Bewerbungsmappen wurde teilweise durch neue Bewerbungswege wie E-Mail-Bewerbungen, Online-Bewerbungsformularen oder Bewerbungsmappen als Webseite ersetzt. Auch der Weg vom Bewerber zum Unternehmen und zurück wurde neu definiert. So gibt es heute neben der Anzeige und der Arbeitsagentur viele neue Möglichkeiten miteinander ins Gespräch zu kommen. Aufzuzählen sind da XING, LinkedIN, mehrere 100 Internet-Stellenbörsen in Deutschland, die Karriereseite der Unternehmen, Online-Personalagenturen und -vermittler, etc.

Die richtige Bewerbungsmappe

Wählen Sie eine Bewerbungsmappe, die alle Ihre Unterlagen sauber und ohne Knicke aufnehmen kann und von der Heftung passend ist und einfach gehandhabt werden kann.
Wahr ist, dass viele Unternehmen, vor allem aus dem oberen Mittelstand und darüber, auf Bewerbungen per Online-Bewerbungsformulare und E-Mail-Bewerbung umgestellt haben. In deren Stellenanzeigen wird dann auch ausschließlich auf diese Bewerbungswege hingewiesen. Bewerbungsmappen aus Karton oder Kunststoff sind dort in der ersten Anbahnungsphase nicht mehr gewünscht.

Selektion bestehen

Auf der anderen Seite gibt es Unternehmen die weiter auf die klassischen Bewerbungswege mit Bewerbungsmappen setzen. Allein um hier schon die „Spreu vom Weizen“ zu trennen, wird die Bewerbungsmappe als Selektionsebene benutzt. Der Bewerber muss sich mehr Mühe geben bei der Erstellung. Auch die Menge eingehender Bewerbungen wird damit begrenzt im Vergleich zu einer E-Mail-Bewerbung.
Abschließend lässt sich sagen, dass bei moderne sowie klassische Bewerbungen eine Berechtigung haben. Beide haben Vorteile und Nachteile. Die Bewerbung per klassischer Bewerbungsmappe gibt es auch heute noch.
Kommt es  zu einem ersthaften Vorstellungsgespräch sollte der Bewerber auf jeden Fall 1-2 vollständige Bewerbungsmappen mitbringen. Für den Fall, dass nicht alle Bewerbungsunterlagen vorliegen, kann so der Bewerber  souverän diese in einer adäquaten Mappe übergeben.
Bewerbungsmappen finden Sie auf www.bewerbungsshop24.de/shop

Berufsorientierung im Studium

12. April 2012

Heutzutage haben viele Bachelorabsolventen Probleme, nach ihrem Abschluss die passende Arbeitsstelle zu finden und sich im Berufsleben zurechtzufinden. Die Ursachen für diese Schwierigkeiten sind vielschichtig und nicht immer klar zu trennen. Eine Spurensuche.

Fakt ist, dass das Durchschnittsalter der Hochschulabsolventen im Zuge der Bolognareformen stark gesunken ist. Viele Bachelors haben ihren Abschluss mit Anfang 20 in der Tasche, ein Alter, in dem Studenten in Zeiten des Diploms und Magisters ernsthaft zu studieren anfingen. Viele Firmen beklagen die fehlende Erfahrung und mangelnde persönliche Reife der jungen Berufseinsteiger. In einem Artikel vom 04.04.2012 auf Zeit Online sagte zum Beispiel Christian Jost, der Leiter der Personalabteilung von Hays über die Anforderungen des Unternehmens an Studienabsolventen, dass diese „in der Lage sein [müssen], auf Augenhöhe mit gestandenen Experten und Führungskräften zu sprechen.“ Jost weiß aber nur zu Gut, dass „die wenigsten 21-Jährigen souverän genug auf[treten].“

Sich selbst organisieren

Der Anspruch und das Drängen der Unternehmen, das deutsche Hochschulsystem dahingehend zu reformieren, dass die Studenten zügiger studieren und den Firmen somit schneller zur Verfügung stehen, hat für sie selbst nicht nur Vorteile gebracht. Unbestritten lag die Studienzeit deutscher Akademiker im internationalen Vergleich deutlich über dem Durchschnitt. Das Studium war wenig verschult und die Studenten mussten sich alleine zurechtfinden, was zu hohen Abbruchquoten führte.
Unbestritten hatte das deutsche System aber genauso seine Vorzüge, denn das freie Studieren sorgte dafür, sich selber organisieren zu müssen. Selbstständigkeit, Problemlösungsfähigkeit und Zeitmanagement wurden trainiert. Im ganz besonderem Sinne galt das auch für das Zurechtfinden in der Berufswelt. Wenige Studentenlebensläufe sind bekannt, in denen nicht gejobbt und Praktika absolviert wurden.

Was aber sei dem Studenten und kommendem Berufseinsteiger angesichts diese Befundes zu empfehlen?

Zuerst einmal gilt es, Ruhe zu bewahren. Dank der teilweisen Verschulung im Bachelor sind die Studierenden dazu angehalten, sich intensiv mit dem Lehrstoff auseinanderzusetzen. Dennoch sollte der Lehrplan nicht zu voll gepackt werden. Sehr empfehlenswert ist es, für ein interessantes Praktikum etwas länger Zeit zu investieren. Dasselbe gilt für das Jobben. Das Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, in stressigen Situationen freundlich zu bleiben, die etwa beim Kellnern oder beim Arbeiten an der Kasse gelernt werden, helfen ebenso beim Einstieg in das spätere Berufsleben. Berufserfahrung ist zudem ein wichtiger Grund für Personaler, jemanden überhaupt einzustellen. Es ist deshalb kein Beinbruch, ein bis zwei Jahre länger Student zu sein und neben den fachlichen Qualifikationen seine sozialen Fähigkeiten zu schulen und Erfahrungen zu sammeln.

Gute Stellen

Wer bereits seinen Abschluss in der Tasche hat, oder unmittelbar davor steht, dem seien die vielen Traineestellen oder bezahlten Praktika großer und mittelständischer Unternehmen empfohlen. Es müssen dabei nicht immer die Global Player sein, bei denen eine erfolgreiche Karriere startet. Viele Mittelständler und kleinere Unternehmen haben den Trainee als eine Chance begriffen, gutes, hochqualifiziertes Fachpersonal zu engagieren und bieten attraktive Einarbeitungsprogramme und Arbeitskonditionen an. Eine gute Möglichkeit, sich über die verschiedenen Unternehmen zu informieren, bei denen ein Praktikumsplatz oder eine Traineestelle frei ist, bietet das Arbeitgeberbewertungsportal Jobvoting im Internet. Viele Infos von der Mitarbeiterzufriedenheit bis zur Höhe des Durchschnittsgehalts werden dem Suchenden angezeigt. So findet sich hier vielleicht ganz einfach ein potenzieller Top Arbeitgeber.

Einstellungsgespräche und ihre Gesetze – Teil 1

23. März 2012

Fast jeder, der einer bezahlten Tätigkeit nachgeht, kennt das Vorspiel: nach erfolgreicher Bewerbung lädt das Unternehmen zum Einstellungsgespräch. Dass es hierbei etliche Stolperfallen gibt, ist jedem klar. Doch dass der Bewerber zum Beispiel bewusst lügen darf, ohne rechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen, schon wieder nicht.

Natürlich gilt das soeben Genannte nur sehr eingeschränkt, aber es zeigt sehr schön, dass eine richtig gute Vorbereitung unablässig ist.


Der Gesetzgeber in Deutschland aber auch die EU regelt, was rechtlich zulässige Fragen sind und was nicht. Nun gibt es nicht wirklich einen Katalog mit sämtlichen Einzelfällen, sondern eine Vorgabe, welche dann auf jeden persönlich umgemünzt werden muss. Der Personaler darf grundsätzlich alles fragen, was für das Arbeitsverhältnis relevant ist. Das klingt schon alles ein wenig kompliziert und für Laien eher schwer verständlich.

Zulässig oder verboten?

Der Arbeitgeber darf im Bewerbungsgespräch durchaus fragen, ob ich eine Vorstrafe wegen Unterschlagung habe, wenn ich -mal angenommen- bei einer Bank anfingen will. Auch ein Taxiunternehmen darf wissen, ob ich wegen Fahren unter Alkoholeinfluss schon einmal Schwierigkeiten mit der Justiz hatte. Ob diese Vorstrafe wiederum eine Bank zu interessieren hat, die einen Büromitarbeiter einstellt, ist hingegen schon fraglich.

Ist das Thema Vorstrafen noch ein wenig undurchsichtig, gibt es zu anderen Fällen ein paar ganz konkrete Entscheidungen, unter anderem vom Europäischen Gerichtshof. Fragen, welche zur Schwangerschaft gestellt werden, sind unzulässig (PDF hier). Taucht im Arbeitsvertrag die Frage nach der Schwangerschaft auf („Sind Sie schwanger, wenn ja, welcher Monat“ / „Ist eine Schwangerschaft geplant?“ etc.), kann der Arbeitgeber dafür abgemahnt werden!

Lügen erlaubt?

Um solchen Abmahnungen zu entgehen, stehen diese Fragen dann nicht im schriftlichen Vertrag; der Personaler ist aber durchaus vom Chef oft angehalten, die Antworten hierzu herauszufinden. Nun hätte also die Bewerberin die Möglichkeit, die Antwort auf die Frage der Schwangerschaft zu verweigern. Doch gerade im Gespräch kann das sehr unangenehm wirken – und genau deswegen erlaubt der Gesetzgeber bei unzulässigen Fragen- und nur hier – konkret das Lügen.
Denn wird die Antwort verweigert, kann sich der Fragesteller schon denken „aha, dann ist wohl…“ und entsprechend seine Entscheidung zum Nachteil des Bewerbers fällen. Eine Lüge bei einer unzulässigen Frage hingegen ist – sollte sich später eben anderes rausstellen – kein Grund für eine Abmahnung oder Kündigung.