Trend ungebrochen: Praktikum statt Anstellung

6. Mai 2011
Bereits 2007 führte die Hans-Böckler-Stiftung zusammen mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund eine Studie durch, welche die “Generation Praktikum” erstmals konkret mit Zahlen erfasste. Vorgestern wurde nun die Fortsetzung “Generation Praktikum 2011” veröffentlicht, die den Trend von damals bestätigt: zu viele Betriebe ignorieren die ursprüngliche Funktion eines Praktikums und sehen die Lernenden als Vollzeit-Arbeitskräfte an.

Laut Studie sehen drei von vier der Unternehmen die Praktikanten in einem Arbeits- statt Ausbildungsverhältnis – und bezahlen auch entsprechend.

Quelle: dgb.de

Das bedeutet für die Hochschulabsolventen auch eine finanzielle Belastung, sie sind auf Unterstützung der Eltern oder Partner angewiesen, knapp die Hälfte knabbern an den Ersparnissen und haben Nebenjobs.

DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbock forderte daher die Politik auf, endlich zu handeln und die gesetzlichen Schutzbestimmungen für Praktikanten zu fördern. Denn knapp die Hälfte aller Absolventen erhoffen sich durch die Beschäftigung eine Aufnahme in den Betrieb, die Realität liegt aber mit 22% deutlich darunter. Experten empfehlen daher, Praktikum als frisch gebackener Hochschulabsolvent zu vermeiden und bereits während der Studienzeit Kontakte und Möglichkeiten knüpfen.

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