Soziales Jahr: Perspektive wechseln und Erfahrungen sammeln

15. Oktober 2012

Yuri Arcurs, fotolia.de

Ein Freiwilliges Soziales Jahr begeistert immer mehr Jugendliche. Kein Wunder, denn in dieser Zeit  können sie Neues erkunden und interessante Herausforderungen meistern. Kurz gesagt, sie entdecken sich und die Welt. Auch möchten sie anderen Menschen helfen. Mehr als 200 Vereine und Verbände, unter anderem das Rote Kreuz, bieten hierbei unzählige Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren.

Ob Vietnam, Ägypten, Uganda oder gar einige Südseeinseln – die Auswahl ist groß. Arbeiten können die Freiwilligen dann beispielsweise im Umweltschutz, in Kindergärten, im Regenwald und in verschiedenen Jugendheimen. Dabei sollen ihnen möglichst wenig Kosten entstehen. Selbst die Bundesregierung unterstützt die freiwilligen Helfer. Das Entwicklungshilfe-Ministerium hat sogar ein eigenes Projekt namens „Weltwärts“ ins Leben gerufen. Das Essen ist frei, Fahrtkosten vor Ort werden erstattet und ein kleines Taschengeld gibt es oftmals auch.

Die Bewerbung für ein solches Jahr läuft im Grunde genommen genauso ab wie bei anderen Bewerbungsverfahren auch. Wer ein Soziales Jahr plant, hat die Wahl zwischen unzähligen Anbietern. Um sich hierbei einen Überblick zu verschaffen, kann man detaillierte Informationen direkt bei den einzelnen Verbänden anfordern und sich für eine Einrichtung und ein Land entscheiden. Anschließend sollte man in Erfahrung bringen, ob es bestimmte Bewerberfristen gibt und sich möglichst nicht nur auf eine Stelle bewerben, falls es bei der ein oder anderen Stelle doch nicht auf Anhieb klappen sollte.

Karrierechancen

Die Freiwilligen können in diesem Jahr aber nicht nur helfen und jede Menge entdecken. Ein Freiwilliges Soziales Jahr hilft ihnen auch, die eigene Haltung zu ändern, die Perspektive zu wechseln und wichtige Erfahrungen zu sammeln. „Besonders die Fähigkeit, mit Veränderungen umzugehen und die damit verbundene Flexibilität – dies sind Kernkompetenzen die bei nahezu jedem Job gefragt sind“, sagt Thorsten Mensching, Online Marketing Manager bei Jobware. Die jungen Leute lernen, über den Tellerrand zu schauen, das beeindruckt natürlich auch die Personaler. Ein freiwilliges Soziales Jahr lässt nämlich gleichzeitig auf ein hohes Engagement schließen.

Doch egal für welches Land oder für welche Tätigkeiten man sich auch entscheidet, bei einer späteren Bewerbung sollte man, wenn möglich, auf jeden Fall einen Bezug zum Job oder zum Studium im Lebenslauf herstellen. Ein Freiwilliges Soziales Jahr ist schließlich keine Lücke. Der Bewerber sollte aufschreiben und begründen können, was er in dieser Zeit alles gelernt hat und inwieweit die gesammelten Erfahrungen Einfluss auf sein Berufsziel haben.

Warum eine solche Gelegenheit also nicht nutzen? Gerade so kann ein Freiwilliges Jahr auch zur Reifeprüfung werden. Wenn die freiwilligen Helfer ihre Heimat für ein Jahr verlassen, bekommen sie auch Zeit zum Nachdenken. Zeit, die sie zu Hause in der Form nicht hätten.

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