Praktikum

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Schülerpraktikum

Das Schülerpraktikum ist oft Bestandteil weiterführender Schulen, um angehenden Auszubildenden einen kleinen Einblick in das Berufsleben zu ermöglichen. Innerhalb der Schulzeit geschieht dies meist nur durch ein einwöchiges Praktikum, das meist in der neunten Klasse eingegliedert ist. Hier erfolgt in der Regel keine Bezahlung. Beispiele für einwöchige Praktikumsstellen sind bei der Polizei oder dem Amtsgericht, in Werkstätten für Autos und Motorräder, im Hotelgewerbe, in Kindergärten und vieles mehr.

Parallel zu dieser Pflichtveranstaltung ist es aber natürlich jedem Schüler freigestellt, in der Ferienzeit ein mehrwöchiges Praktikum wahrzunehmen. Aufgrund der Unterrichtszeiten ist dies auf ein Maximum von sechs Wochen beschränkt. Im Gegensatz zum einwöchigen Praktikum erhält der Schüler einen bedeutend besseren Einblick in das Berufsleben, der oft auch vergütet wird.

Schülerpraktika richten sich überwiegend an Jugendliche, die nach ihrem Schulabschluss direkt in das Berufsleben wechseln wollen, ohne ein Studium an die Ausbildung anzuhängen. Entsprechend sollte das Praktikum nach den eigenen Interessen ausgesucht werden, um dann gezielt rausfinden zu können, ob der gedachte Wunschberuf auch tatsächlich der Traumberuf ist. Die Erfahrung zeigt, dass hierbei eine Woche und nur eine Praktikumsstelle deutlich zu wenig ist und die Schüler hier in der Ferienzeit weitere Praktika absolvieren sollten.

Praktikumssemester

Da viele Schüler direkt an eine Hochschule oder Universität wechseln, ohne dazwischen eine praktische Ausbildung absolviert zu haben, muss dies in der Studienzeit mit berücksichtigt werden. Damit sich die Arbeitnehmer von morgen rechtzeitig mit den Gepflogenheiten der Berufswelt vertraut machen können, planen vor allem die Fachhochschulen ein volles Semester des Studienganges als sogenanntes Praxissemester ein. Das bedeutet, dass die Studenten knapp ein halbes Jahr keine Vorlesungen besuchen sondern in einem Betrieb ihrer Wahl ein studienfachbezogenes Praktikum ableisten.

Da der Arbeitgeber – je nach Tätigkeitsfeld der Studenten – die Praktikanten für einen längeren Zeitraum als Arbeitskraft zur Verfügung stehen hat, wird dies auch vergütet: zwischen 200 und 600 Euro pro Monat landen so auf dem Konto der Studenten für das zu absolvierende Praxissemester. Diese Einkommen ist unabhängig von ihrer Höhe von der Sozialversicherungspflicht befreit. Eine Ausnahme bildet ein Praktikum, das von der Studien- und Prüfungsordnung nicht vorgesehen ist, sprich freiwillig in den Semesterferien durchgeführt wird.

Vor allem in den Ingenieursstudiengängen ist aufgrund der wirtschaftlichen Lage aktuell ein breit gefächertes Angebot an Praktikumsstellen vorhanden, das deutlich zum Vorteil der Studenten reicht. In den sozialen Bereichen verhält es sich ähnlich: aufgrund von Kostendruck und Einsparungen wird oft und gerne auf die Halbjahres-Praktikanten zurückgegriffen.

Monotoner Praktikantenjob
oder sinnvolle Arbeit?
Vorher kundig machen!

Um eine geeignete Stelle für das Praxissemester zu finden, empfiehlt es sich, auf den Fundus der eigenen Hochschule zuzugreifen: viele Studenten zuvor mussten schließlich auch ein mehrmonatiges Praktikum absolvieren, die daraus resultierenden Erfahrungen werden in Berichten dokumentiert und sind in der Regel für die Studenten aus dem niedrigeren Semester zugänglich und damit eine gute Hilfe.

Nicht selten wird ein solcher Praktikumsplatz auch ein Sprungbrett in die Berufswelt: Kontakte wurden geknüpft, der Arbeitgeber kennt die Arbeitsbereitschaft des Studenten und ist daher vielleicht an einer Übernahme nach abgeschlossenem Studium interessiert.

Doch auch wenn der Praktikumsplatz nicht der zukünftige Arbeitsplatz wird, in einer Bewerbung um eine Vollzeitstelle nach der Ausbildung machen sich die vielseitigen Erfahrungen immer gut.

Praktikum

Wer nach abgeschlossener Hochschulreife nicht gleich befristet oder unbefristet eine Anstellung findet, greift in der Regel auf ein Praktikum während der Jobsuche zurück, um Lücken im Lebenslauf zu vermeiden. Da in den letzten 20 Jahren eine Festanstellung gleich nach dem Studium immer schwieriger zu realisieren ist und zusätzlich viele Arbeitgeber Praktikumsstellen als wirksame Sparmaßnahmen entdeckten, prägte sich der Begriff „Generation Praktikum“ mit einer negativen Konnotation.

Natürlich gibt es aber für junge Akademiker auch nicht zu vernachlässigende Vorteile: ein mehrmonatiges Praktikum, welches im Idealfall schon in der Nähe des späteren Traumberufes angesiedelt ist, bietet beiden Parteien die unverbindliche Möglichkeit des Kennenlernens und schafft so Raum, leichter „Nein“ zu sagen. Denn wer gleich mit einer Festanstellung im Betrieb ist, wird weniger schnell das Handtuch schmeißen als ein Praktikant, der feststellt, dass diese Tätigkeit doch nicht das Wahre für ihn ist.

Auch steigert ein gutes Praktikum mit entsprechendem Zeugnis die Chancen für einen erfolgreichen Berufseinstieg. Der Bewerber zeigt damit Initiative und bietet mit einem entsprechenden Arbeitgeberzeugnis dem Personaler bereits einen positiven Einblick. Und wenn mehrere absolvierte Praktika schlussendlich zum Wunschberuf führen, sollte es die Mühen wert gewesen sein.