Mobbing – die Karriere-Bremse

12. April 2012

Das Mobbing hat sich in der deutschen Umgangssprache in den letzten ein, zwei Jahrzehnten zu einem feststehenden Begriff entwickelt. Mobbing steht ebenso für schikanieren, anpöbeln oder bedrängen wie für seelisch verletzen. 

Begriffsklärung Mobbing

Mobbing kann als ein typisch ‚denglisches‘ Wort bezeichnet werden und unterscheidet sich in beiden Sprachen doch gravierend. Das deutsche Mobbing gilt meistens von Person zu Person, spielt sich also zwischen einigen wenigen Menschen ab. Das englische Mobbing kommt von Mob, zu Deutsch Menge, und bezieht sich immer auf mehrere Personen. Im englischsprachigen Raum wird anstelle des Mobbing der Ausdruck Bullying verwendet.

Anfang der 1960er Jahre hat der deutsche Verhaltensforscher Konrad Lorenz den Begriff des Mobbing geprägt. Das heutige Mobbing wurde durch den im Jahre 1955 nach Schweden ausgewanderten Arzt und Psychologen Heinz Leymann bekannt. Er bezog in seinen wissenschaftlichen Arbeiten das Mobbing ab Ende der 1970er Jahre vorwiegend auf das Arbeitsleben.

Mobbing ist vielseitig

Heutzutage wird in allen Lebensbereichen dann von Mobbing gesprochen, wenn im Umgang untereinander und miteinander im weitesten Sinne die Würde des Menschen verletzt wird. Insofern kann das Mobbing durchaus auch als ein Verstoß gegen den Artikel 1 des Grundgesetzes verstanden werden. Die Facetten des Mobbings sind so vielseitig und vielfältig wie der Ideenreichtum derer, die ihre Kollegen, ihre Mitschüler oder angeblichen Freunde online mobben. In diesem Falle wird von Cyber-Mobbing gesprochen. Es ist eine Diffamierung, Belästigung bis hin zu einer Bedrohung mithilfe der elektronischen Kommunikation wie Internet, Mobiltelefon oder Chatten.

Immer und überall, wo Menschen aufeinandertreffen, besteht die Gefahr, dass einer von ihnen von mehreren anderen gemobbt wird. Der Mob, also die Menge macht die Mobbenden stark, obwohl sie als Einzelperson vielfach egoschwach sind. Gemobbt zu werden hat in vielen Fällen seelische Folgen, die medizinisch behandelbar sind. Mobben bedeutet fast immer mehrere gegen einen, und zwar unabhängig vom Geschlecht. Diejenigen, die mobben, verfolgen in den meisten Fällen das Ziel, die zu mobbende Person zu verdrängen. Sei es vom Arbeitsplatz, aus der Schulklasse oder aus dem Freundeskreis. Die Motive dafür sind sehr unterschiedlich, und in vielen Fällen juristisch nicht zu definieren. Einen Artikel über die Ungerechtigkeit im Berufsleben finden Sie auf www.echtgerecht.de.

Zum Mobbing gehört immer auch eine dazu passende Atmosphäre und Gruppendynamik.
Es ist äußerst selten, dass nur eine einzige Person erfolgreich eine einzige andere Person mobbt!

Mehr zu: Information, Mobbing