Liebeskummer am Arbeitsplatz?

29. März 2012

Viele Menschen kennen leider das Gefühl, wenn sie vom Partner verlassen wurden: Innere Leere, Zweifel am eigenen Verhalten, fehlende Motivation für nahezu sämtliche Aufgaben. Doch wer die privaten Probleme in den Arbeitsalltag bringt und seinen Job nicht mehr ordentlich erledigt weil er im Liebeskummer versinkt, kann mit dem Chef Ärger bekommen. 

Der Arbeitgeber kann und muss nicht auf alle privaten Probleme seiner Angestellten Rücksicht nehmen, das Ende einer Beziehung gehört hier dazu. Anders verhält es sich hingegen bei Sterbefällen in der engen Verwandtschaft oder des Partners. Hier gibt es sogar eine gesetzliche Grundlage, sodass dem Arbeitnehmer ein paar Tage freigegeben werden kann.

Arbeit als Ablenkung

Doch wer frisch verlassen wurde hat davon nichts. Hier gibt es eigentlich nur zwei Optionen: kurzfristig Urlaub nehmen und versuchen, schnellstmöglich über die Trennung hinweg zu kommen – oder die Arbeit gezielt als Ablenkung verwenden und sich sogar in neue Aufgabengebiete stürzen. Denn so hart wie das auch klingen mag, jetzt ist definitiv wieder mehr Zeit “vorhanden”.
Sich gezielt einer neuen Herausforderung annehmen schafft wieder Selbstvertrauen und lässt die Vergangenheit schneller ruhen. Natürlich sollte das aber immer mit Augenmaß angegangen werden, damit die Unternehmung nicht nach hinten losgeht und noch mehr deprimiert.

Sich mit Kollegen austauschen

Den Liebeskummer aber komplett totschweigen birgt die Gefahr, dass zu einem späteren Zeitpunkt alles wieder hochkocht und nochmal mit voller Wucht einschlägt. Darum ist jedem gut daran gelegen, sich auch im beruflichen Umfeld mit Anderen auszutauschen und die eigene Situation schildern. Hier muss und soll natürlich nicht gleich ein “Seelen-Striptease” stattfinden, aber den Kollegen mitteilen, warum man nicht gut gelaunt wie sonst ins Büro kommt, ist definitiv angebracht.

Pause und dann volle Kraft voraus

Nach einer Trennung gibt es immer viel zu klären, organisieren und abzusprechen. Die Wohnungsauflösung, “Mein und Dein” klären, Ver- und Bekanntschaft informieren. Dafür gehen in den ersten Tagen viele wertvolle Stunden drauf, weshalb man sich durchaus komplett frei nehmen sollte. Doch danach heißt es: nach vorne schauen und die eigene Zukunft gestalten.

Mehr zu: Beziehungen, Recht