Karriereschub durch TV

4. April 2011

Durch einen Bericht auf SPON wurde ich auf die deutsche Fassung des britischen Formats “Undercover Boss” aufmerksam und habe mir die erste Folge nachträglich online angeschaut.
Der SPIEGEL spricht in der Online-Ausgabe von einer Qualitätsproduktion, dem ich als kritischer TV-Seher sogar in weiten Teilen Recht geben muss.
Doch wer die erste Folge mit dem Eismann-Chef Mika Ramm gesehen hat stellt sich wohl auch die Frage, wie viel davon wirklich authentisch ist.

Zwar wirkt der CEO durchaus sympathisch (vor allem wenn er mit den einfachen Problem eines juckendes Bartes zu kämpfen hatte) und in der Tat gewillt, seinen Angestellten eine bessere Arbeitsumgebung zu bieten. Jedoch schleicht sich gerade am Schluss, wenn die Mitarbeiter auf ihren obersten Chef treffen, ein klein wenig der Gedanke ein, dass das alles zu gut läuft um wahr zu sein.
So bleibt zu klären, ob es diese Beförderungen ohne TV-Kameras auch gegeben hätte: ich glaube nicht.
Nun ist es mit Sicherheit ein guter Schritt in die richtige Richtung, wenn Vorstands-Bosse auch in die anderen Bereiche ihres Unternehmens blicken; aber emotional-dramatisch Beförderungen vor laufender Kamera zu zelebrieren – das spricht eher für Quote als Dokumentations-Qualität.

Wer wirklich weiter kommen will, sollte weniger auf ein Fernsehteam hoffen, sondern sich trauen und den Chef auf ein Weiterkommen ansprechen. Und wenn nur Worte statt Taten folgen heißt es letztendlich: Jobbörsen nach Alternativen durchsuchen.
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