Donnerstag, 10. Mai 2012

Sprachaufenthalte als Weiterbildung für die Zukunft. Was man wissen sollte.

Die zunehmende Globalisierung und Internationalisierung zahlreicher Unternehmen erfordert mittlerweile die niveauvolle Kommunikation in Englisch. Wer den zunehmenden Trend als Chance begreift, bildet die Voraussetzung für ein erfolgreiches Berufsleben. Viele Organisationen bieten mittlerweile Sprachkurse in verschiedene Länder, die den Teilnehmern die Möglichkeit verschaffen, die Sprache in kürzester Zeit zu lernen oder Kenntnisse zu verbessern. Das vielseitige Angebot macht die Auswahl schwer, deshalb ist es wichtig folgende Kriterien zu beachten, um den Sprachaufenthalt zu einem lehrreichen aber auch angenehmen Erlebnis werden zu lassen:

Beratung vor dem Sprachaufenthalt

Die Beratung für den Sprachaufenthalt sollte komplett, ausführlich und vor allem kostenlos sein. Ein gutes Unternehmen bietet zudem telefonische sowie persönliche Beratung und beantwortet Ihre Fragen zufriedenstellend und detailliert. Mitarbeiter des Reiseunternehmens, die selbst reiseerfahren sind oder an Sprachaufenthalten teilgenommen haben, können oftmals hilfreiche und individuell angepasste Tipps geben.

Sprachtests

Gut organisierte Unternehmen für Sprachreisen bieten vorab Sprachtests an. Somit kann Ihr Niveau ermittelt werden und Sie erhalten den Unterricht der Ihren Ansprüchen angepasst ist.

Qualitätsstandards

Bei einem Sprachaufenthalt in England sollten Sie auf qualitativ hochwertige Organisationen und Schulen in achten, die ausnahmslos vom British Counci anerkannt sind. Da es außerhalb Großbritanniens keine anerkannten Dachorganisation wie das British Council gibt, ist anzuraten, sich für Schulen zu entscheiden, die Mitglied von international anerkannten Verbänden, wie z.B. WYSE (früher FIYTO und ISTC) sind. Dieser Verein ist ein einzigartiger Zusammenschluss von Anbietern und Organisationen zur Förderung und Entwicklung von Jugendreisen und Jugendtourismus, deren Mitglieder höchste Qualitätsansprüche vorweisen können.

Anzahl der Teilnehmer und Lage der Sprachschule

Die Klassen sollten möglichst klein sein und nicht mehr als 15 Schüler haben. Dadurch haben Sie genug Möglichkeiten sich auszutauschen und Lernerfolge stellen sich schneller ein. Die Schulen, die sich in zentraler Lage befinden, ermöglichen, dass Sie nach dem Unterricht mit Land und Leuten in Kontakt treten und Ihre neu erworbenen Kenntnisse anwenden können.

Schutz bei Insolvenz des Veranstalters

Reiseschulen die Mitglied eines Garantiefonds sind, können volle Haftung für die Rückreise oder nicht erbrachte Leistungen bei Zahlungsunfähigkeit des Veranstalters garantieren. So sind Sie in jedem Fall abgesichert. Absetzbarkeit von der Steuer? Bei der Steuererklärung bietet es sich an, die Kosten für den Sprachkurs gesondert aufzulisten, da Aufenthalts- und Reisekosten selten zurück erstattet werden. Somit erhöhen Sie Ihre Möglichkeit auf steuerliche Anerkennung. In den vergangenen Jahren war es beinahe unmöglich, Sprachaufenthalte von der Steuer abzusetzen. Mittlerweile sind Finanzämter dazu verpflichtet Sprachreisen zumindest teilweise anzuerkennen, wenn sie der beruflichen Weiterbildung dienen, also in Ihrem beruflichen Arbeitsumfeld benötigt werden. Den Nachweis bekommen Sie von Ihrem Arbeitnehmer. Der Sprachkurs am Reiseort sollte mindestens 30 Unterrichtseinheiten pro Woche mit je 45 Minuten umfassen, da ansonsten der Eindruck von einem privaten Interesse an der Reise entsteht. Erkundigen Sie sich auf jedem Fall vor der Reise bei Ihrem Finanzamt oder dem Steuerberater in welchem Umfang die Kosten übernommen werden.

Donnerstag, 3. Mai 2012

Berufseinstieg in die Beratungsbranche

Unter dem Begriff Consulting wird in der Regel Unternehmens- oder Managementberatung verstanden. Ein Consultant, so die Bezeichnung für die Berater-Person, stellt anderen Unternehmen Beratung als Dienstleistung zur Verfügung. Die Einsatzmöglichkeiten von Consultants sind recht vielseitig. Grundsätzlich kann man jedoch sagen, dass Consultants das Management ihrer Kunden (Unternehmen und Betriebe aller Größen) beraten. Grundsätzlich kann man vier Berufsfelder unterscheiden, in denen es vielfältige Verflechtungen und Differenzierung gibt. Die klassischen Beratungsfelder sind Organisations- und Prozessberatung, IT-Beratung, Human-Resources-Beratung und die Strategieberatung, die gemeinhin als Königsklasse angesehen wird.

Marktanalyse 

Consultants steigen klassischer Weise über eine der großen Beratungsunternehmen in die Branche ein. Die größten Unternehmen der Consultingbranche nach Umsatz und Mitarbeiterzahlen in Deutschen sind McKinsey & Company Inc., The Boston Consulting Group GmbH, Roland Berger Strategy Consultants GmbH, Oliver Wyman Group und die Booz & Company GmbH. Das sind nur fünf der in Deutschland aktiven Beratungsunternehmen. Auffällig dabei ist, dass in den TOP 10 der Managementberatungsunternehmen in Deutschland vor allem die Ableger international ausgerichteter US-amerikanischer Unternehmen führend in der Unternehmensberatung sind. Nur die Roland Berger Strategy Consultants GmbH ist als deutsches Beratungsunternehmen unter den TOP 10 vertreten.

Allerdings verwundert dieses Bild nicht. Laut dem Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. sind in diesem Verband ca. 13.000 Berater organisiert, die sich auf rund 500 Mitgliedsfirmen verteilen. Diese Mitgliedsunternehmen besitzen einen Marktanteil von 20 Prozent in Deutschland. Das lässt erahnen, wie dominierend die großen Consultingunternehmen wie McKinsey & Co sind.

Einstiegsmöglichkeiten 

Um in die Consultingbranche einzusteigen, gibt es viele Möglichkeiten (nützliche Infos über potentielle Arbeitgeber gibt es auf www.consultingunternehmen.net). Am Anfang sollte zunächst die Frage stehen, welches oder welche Beratungsfelder überhaupt in Frage kommen. Die Beantwortung der Frage ist abhängig vom absolvierten Studium. Das heißt, ein Informatik-Absolvent kann natürlich auch im Bereich der Human-Resources-Beratung einsteigen, aber aller Wahrscheinlichkeit wird er dann weniger mit Personalthemen zu tun haben sondern eher mit informationstechnologischen Lösungen im Bereich Human-Resources. Das heißt also, dass absolvierte Studium entscheidet bereits darüber, wie und wo man sich als Absolvent im Consultingbereich engagieren kann. Dabei ist ein Studium obligatorisch, vor allem wenn man in eines der großen Consultingunternehmen einsteigen möchte. Große Beratungsunternehmen bieten in der Regel Consulting auf allen Beratungsfeldern an, weshalb die Einstiegsmöglichkeiten leichter sind als bei kleineren und spezialisierten Beratungsunternehmen. Das heißt jedoch nicht, dass dadurch automatisch auch die Hürden für den Einstieg geringer sind.

Allerdings sollte man sich von der Vorstellung verabschieden, dass nur Absolventen der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre gesucht werden. Im Gegenteil: Es ist zu beobachten, dass auch immer mehr Quereinsteiger fast aller Fachrichtungen sehr gute Chancen haben, einen der begehrten Jobs als Consultant in einer der großen Beratungsunternehmen zu ergattern. Hierbei spielt weniger das Fachwissen als vielmehr die im Studium erworbenen Fähigkeiten eine Rollen für den Einsatz als Junior Consultant. Zwar suchen die großen Managementberatungsunternehmen auch immer wieder Spezialisten, aber die besseren Chancen haben vor allem Generalisten, die sich während ihrer Zeit als Consultant im Unternehmen spezialisieren können.

Kleinere Beratungsunternehmen dagegen suchen eher Spezialisten. Insbesondere Consultants in der IT-, Organisations- und Prozessberatung sind sehr gefragt, da kleinere Beratungsunternehmen meist nur eins oder zwei Beratungsfelder bedienen.

Ein dritter Einstiegsweg in die Consultingbranche ist die Selbstständigkeit. Unternehmensberater unterliegen den sogenannten Katalogberufen und führen ihre Tätigkeit als freiberufliche Tätigkeit aus. Da die Berufsbezeichnung Unternehmensberater unter keinem Berufsschutz steht, kann sich grundsätzlich jeder als Unternehmensberater bezeichnen. Voraussetzung ist lediglich der Nachweis über ein für die freiberufliche Tätigkeit benötigtes Hochschul- oder Fachhochschulstudium. Einzig geschützt ist der Begriff des staatlichen geprüften Betriebswirts.

Wer über eine Selbstständigkeit nachdenkt, sollte jedoch vorher sein Handwerk und einige Erfahrungen in einer der großen Beratungsunternehmen gelernt bzw. gemacht haben. Die meisten Junior Consultants bleiben nur eine bestimmte Zeitdauer in einem Beratungsunternehmen und wechseln dann entweder in ein anderes Unternehmen oder bauen sich eine eigene Existenz auf, meist spezialisiert auf ein bestimmtes Beratungsfeld.

Sonntag, 29. April 2012

Linktipp: Titanic Karriere

Auch Titanic bietet den ein oder anderen Karriere-Tipp, seit gestern neu die "Powersätze fürs Bewerbungsgespräch Teil 1" und heute frisch Teil 2
Unser vielleicht nicht ganz ernst gemeinter Rat: einfach mal ausprobieren ;)
Quelle: titanic-magazin.de

Mittwoch, 18. April 2012

Bewerbungsmappen – Sind die heute noch notwendig?

Die klassischen Bewerbungsmappen aus Karton oder Kunststoff waren einmal. Heute bewirbt man sich online: per E-Mail oder Bewerbungshomepage, über XING oder andere Internet-Stellenbörsen. Da braucht man keine Bewerbungsmappen mehr. Außerdem kosten die zu viel!

Was ist dran an der Aussage? Richtig ist, dass seit einigen Jahren das Internet Einzug in die Bewerbungs- bzw. Recruitingwelt genommen hat. Klassische Bewerbungsmappen wurde teilweise durch neue Bewerbungswege wie E-Mail-Bewerbungen, Online-Bewerbungsformularen oder Bewerbungsmappen als Webseite ersetzt. Auch der Weg vom Bewerber zum Unternehmen und zurück wurde neu definiert. So gibt es heute neben der Anzeige und der Arbeitsagentur viele neue Möglichkeiten miteinander ins Gespräch zu kommen. Aufzuzählen sind da XING, LinkedIN, mehrere 100 Internet-Stellenbörsen in Deutschland, die Karriereseite der Unternehmen, Online-Personalagenturen und -vermittler, etc.

Wählen Sie eine Bewerbungsmappe, die alle Ihre Unterlagen sauber und ohne Knicke aufnehmen kann und von der Heftung passend ist und einfach gehandhabt werden kann.

Wahr ist, dass viele Unternehmen, vor allem aus dem oberen Mittelstand und darüber, auf Bewerbungen per Online-Bewerbungsformulare und E-Mail-Bewerbung umgestellt haben. In deren Stellenanzeigen wird dann auch ausschließlich auf diese Bewerbungswege hingewiesen. Bewerbungsmappen aus Karton oder Kunststoff sind dort in der ersten Anbahnungsphase nicht mehr gewünscht.

Auf der anderen Seite gibt es Unternehmen die weiter auf die klassischen Bewerbungswege mit Bewerbungsmappen setzen. Allein um hier schon die „Spreu vom Weizen“ zu trennen, wird die Bewerbungsmappe als Selektionsebene benutzt. Der Bewerber muss sich mehr Mühe geben bei der Erstellung. Auch die Menge eingehender Bewerbungen wird damit begrenzt im Vergleich zu einer E-Mail-Bewerbung.

Abschließend lässt sich sagen, dass bei moderne sowie klassische Bewerbungen eine Berechtigung haben. Beide haben Vorteile und Nachteile. Die Bewerbung per klassischer Bewerbungsmappe gibt es auch heute noch.

Kommt es  zu einem ersthaften Vorstellungsgespräch sollte der Bewerber auf jeden Fall 1-2 vollständige Bewerbungsmappen mitbringen. Für den Fall, dass nicht alle Bewerbungsunterlagen vorliegen, kann so der Bewerber  souverän diese in einer adäquaten Mappe übergeben.
Bewerbungsmappen finden Sie auf www.bewerbungsshop24.de/shop


Montag, 16. April 2012

Auswirkungen des Web 2.0 auf Ihren Karriereweg



Facebook, Xing, youtube, flickr und studiVZ haben das Leben der „Social Media Generation“ um einiges bereichert. Es ist nun leichter mit seinen Freunden in Kontakt zu bleiben, auch wenn einem tausende Kilometer von einander trennen. Durch das Hochladen von Fotos und das Schreiben von Statusmeldungen kann man das Erlebte mit seiner Social-Media-Communitiy teilen. Was jedoch oft vergessen wird, ist der Fakt, dass Informationen, Statusmeldungen und Bilder nicht einfach aus dem Internet verschwinden, wenn man auf den Löschen-Button klickt oder dass nur eine bestimmte Gruppe von Menschen einen Zugriff auf die Daten hat. So ergab beispielsweise eine Studie, dass rund jedes zweite Unternehmen bereits im Internet nach Informationen über ihre Bewerber und Mitarbeiter sucht und in vielen Fällen auch fündig wird.

Das Web 2.0 basiert auf der Idee dem Internet interaktive und kollaborative Elemente hinzuzufügen. Der Nutzer ist nicht nur mehr Konsument der angebotenen Informationen und Dienstleistungen sondern produziert diese auch selbst beispielsweise durch Statusmeldungen auf Facebook oder Tweets bei Twitter. Genau dieses Offenlegen privater Informationen macht den Arbeitnehmer zu einem gläsernen Mitarbeiter oder einen Bewerber zu einen leicht zu durchleuchtenden Menschen für ein jedes Unternehmen.

Ein kleiner Test, welche Informationen wirklich problemlos über Sie im Internet zu finden sind, bietet das „Ego-Googeln“. Geben Sie Ihren Namen einfach in eine Suchmaschine ein und durchstöbern Sie die ersten Ergebnisse, dies wird auch häufig von Personalmanagern gemacht und darum bietet es sich auch an, hier einmal eine Warnung auszusprechen. Viele Menschen sich nämlich nicht bewusst, dass Informationen von Dritten eingesehen werden können. Dies kann nicht nur negative Auswirkungen für Bewerber auf ihre Jobsuche haben, sondern kann jeden treffen. So entstand mittlerweile ein neuer Beruf, welcher sich Reputationsmanager nennt. Dessen Aufgabe ist es das virtuelle Profil von Personen wieder zu bereinigen.

Damit es erst gar nicht so weit kommt, werden im Folgenden ein paar Tipps, wie Sie Ihr virtuelles Profil am besten verwalten können, ohne dass es Ihren Ruf schadet, gegeben:

- Wenn Sie bereit sind private Informationen online zu stellen, achten Sie immer darauf, um welche Information es sich handelt.
- Machen Sie sich bewusst, dass dritte Personen Ihre Daten einsehen können, also verwalten Sie diese dementsprechend.
- Vermeiden Sie unnötige Verlinkungen auf Partyfotos, welche Sie im angetrunkenen Zustand zeigen. Solche Fotos werden auch nicht selten bei den Suchmaschinenergebnissen aufscheinen, wenn sie nach Ihrem Namen suchen.
- Sollten Sie diese Social Media nur für berufliche Zwecke verwenden, melden Sie sich bei Xing oder LinkedIn an. Diese Plattformen wurden für den Informationsaustausch von Firmen und privaten Personen gegründet.
- Pflegen Sie die veröffentlichten Daten.
- Sollten Sie auf Blogs und anderen Foren unterwegs sein, so stellt sich die Frage, ob man dies nicht unter einem Pseudonym tut, da mögliche Kommentare oder Einträge keinen positiven Anklang finden können und dank des Internets lange mit Ihrem Namen assoziiert werden können.
- Informieren Sie sich auf den benützten Plattformen über Privatsphäre-Funktion und weitere Veränderungen, wie beispielsweise die neue Facebook-Chronik.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Web 2.0 aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken ist. Es stellt eine große Chance als auch eine große Gefahr für das Selbstmarketing jedes Menschen dar. Darum verwenden Sie diese Medien immer mit Vorsicht denn eine zu hohe Transparenz erzeugt nicht immer nur Glaubwürdigkeit!

Gastbeitrag von Klara Wurzer

Donnerstag, 12. April 2012

Berufsorientierung im Studium

Heutzutage haben viele Bachelorabsolventen Probleme, nach ihrem Abschluss die passende Arbeitsstelle zu finden und sich im Berufsleben zurechtzufinden. Die Ursachen für diese Schwierigkeiten sind vielschichtig und nicht immer klar zu trennen. Fakt ist, dass das Durchschnittsalter der Hochschulabsolventen im Zuge der Bolognareformen stark gesunken ist. Viele Bachelors haben ihren Abschluss mit Anfang 20 in der Tasche, ein Alter, in dem Studenten in Zeiten des Diploms und Magisters ernsthaft zu studieren anfingen. Viele Firmen beklagen die fehlende Erfahrung und mangelnde persönliche Reife der jungen Berufseinsteiger. In einem Artikel vom 04.04.2012 auf Zeit Online sagte zum Beispiel Christian Jost, der Leiter der Personalabteilung von Hays über die Anforderungen des Unternehmens an Studienabsolventen, dass diese „in der Lage sein [müssen], auf Augenhöhe mit gestandenen Experten und Führungskräften zu sprechen.“ Jost weiß aber nur zu Gut, dass „die wenigsten 21-Jährigen souverän genug auf[treten].“

Sich selbst organisieren

Der Anspruch und das Drängen der Unternehmen, das deutsche Hochschulsystem dahingehend zu reformieren, dass die Studenten zügiger studieren und den Firmen somit schneller zur Verfügung stehen, hat für sie selbst nicht nur Vorteile gebracht. Unbestritten lag die Studienzeit deutscher Akademiker im internationalen Vergleich deutlich über dem Durchschnitt. Das Studium war wenig verschult und die Studenten mussten sich alleine zurechtfinden, was zu hohen Abbruchquoten führte.
Unbestritten hatte das deutsche System aber genauso seine Vorzüge, denn das freie Studieren sorgte dafür, sich selber organisieren zu müssen. Selbstständigkeit, Problemlösungsfähigkeit und Zeitmanagement wurden trainiert. Im ganz besonderem Sinne galt das auch für das Zurechtfinden in der Berufswelt. Wenige Studentenlebensläufe sind bekannt, in denen nicht gejobbt und Praktika absolviert wurden.

Was aber sei dem Studenten und kommendem Berufseinsteiger angesichts diese Befundes zu empfehlen?

Zuerst einmal gilt es, Ruhe zu bewahren. Dank der teilweisen Verschulung im Bachelor sind die Studierenden dazu angehalten, sich intensiv mit dem Lehrstoff auseinanderzusetzen. Dennoch sollte der Lehrplan nicht zu voll gepackt werden. Sehr empfehlenswert ist es, für ein interessantes Praktikum etwas länger Zeit zu investieren. Dasselbe gilt für das Jobben. Das Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, in stressigen Situationen freundlich zu bleiben, die etwa beim Kellnern oder beim Arbeiten an der Kasse gelernt werden, helfen ebenso beim Einstieg in das spätere Berufsleben. Berufserfahrung ist zudem ein wichtiger Grund für Personaler, jemanden überhaupt einzustellen. Es ist deshalb kein Beinbruch, ein bis zwei Jahre länger Student zu sein und neben den fachlichen Qualifikationen seine sozialen Fähigkeiten zu schulen und Erfahrungen zu sammeln.

Gute Stellen

Wer bereits seinen Abschluss in der Tasche hat, oder unmittelbar davor steht, dem seien die vielen Traineestellen oder bezahlten Praktika großer und mittelständischer Unternehmen empfohlen. Es müssen dabei nicht immer die Global Player sein, bei denen eine erfolgreiche Karriere startet. Viele Mittelständler und kleinere Unternehmen haben den Trainee als eine Chance begriffen, gutes, hochqualifiziertes Fachpersonal zu engagieren und bieten attraktive Einarbeitungsprogramme und Arbeitskonditionen an. Eine gute Möglichkeit, sich über die verschiedenen Unternehmen zu informieren, bei denen ein Praktikumsplatz oder eine Traineestelle frei ist, bietet das Arbeitgeberbewertungsportal Jobvoting im Internet. Viele Infos von der Mitarbeiterzufriedenheit bis zur Höhe des Durchschnittsgehalts werden dem Suchenden angezeigt. So findet sich hier vielleicht ganz einfach ein potenzieller Top Arbeitgeber.

Interview mit Torsten Montag

Gehirnwäsche Arbeitsamt: Was man sich alles gefallen lassen muss.

Torsten Montag steht vielleicht für eine der vielen Erfolgsgeschichten im World Wide Web. 2004 fiel der Startschuss mit einem Informationsportal zur Betriebswirtschaftslehre. Über die Jahre entstanden zahlreiche neue Projekte. Mittlerweile betreibt Torsten Montag eine der größten Existenzgründer-Plattformen. Unter anderem sind es aber auch zahlreiche Lexikas, Blogs, Magazine, Foren und Ratgeber mit denen mehrere tausende Besucher täglich erreicht werden.

Und nun?
Nun hat er sein erstes Buch geschrieben - Gehirnwäsche Arbeitsamt
Das Buch handelt von 77 Schikanen der Arbeitsagentur auf Basis seines Blogs www.arbeitslosengeld-2.de. Alle Geschichten des Blogs sind von echten Menschen geschrieben, die nicht immer ganz menschlich behandelt worden sind.

Wie kamen Sie auf die Idee von arbeitslosengeld-2.de?

Die Idee kam mir zufällig, nachdem ich den Blog 2009 ins Netz stellte. Damals noch mit informativen Artikeln, Urteilen, Humor und anderen Inhalten rund um das Thema Arbeitslosigkeit. Irgendwann kristallisierte sich heraus, dass die Leute sich anmelden und ihre eigenen Geschichten veröffentlichen wollten. Daraufhin habe ich die Zielrichtung und die Inhalte des Internetportals dahingehend abgeändert.

Inwiefern fließt Ihr Portal in das Buch ein?

Das Portal liefert ausschließlich die Geschichten und Schikanen der Arbeitslosen für das Buch. Ich wollte mit dem Buch eben auch diejenigen erreichen, die nicht unbedingt mit dem Internet zurecht kommen oder sich nicht mit diesem Medium beschäftigen möchten.
 
Was hat es mit der Roten Karte in Ihrem Buch auf sich?

Diese roten Karten sind eher zur Verbreitung des Buches sowie der Aktion in Verbindung mit dem Internetportal gedacht. Der Arbeitslose soll sich eine Karte aus dem Buch heraus trennen und diese seinem Sachbearbeiter zeigen. Wie das im einzelnen vor sich geht, habe ich wie folgt sowohl im Buch als auch auf der Internetseite geschrieben:

  1. Im Buch finden Sie 3 "Rote Karten"
  2. Zeigen Sie Ihrem Sachbearbeiter die Rote Karte, wenn er/sie:
    a) Eine besonders unsinnige Aktion oder Entscheidung zu Ihrem Fall getroffen hat.
    b) Eine extrem nutzlose Maßnahme angeordnet hat.
    c) Frech, gemein oder abwertend zu Ihnen war.
    d) Irgendwie sonst zu den 77 Schikanen hier im Buch passt.
  3. Schildern Sie auf www.arbeitslosengeld-2.de die Schikane, die Ihrem Sachbearbeiter die "Rote Karte" eingebracht hat.
  4. Benennen Sie den Ort und den Namen Ihres Arbeitsamtes, ich erstelle eine Übersichtskarte.
    Es ist also eine Verbindung zwischen Buch und Internetportal, wobei noch eine Übersichtskarte von Deutschland entstehen wird, welche die "Hochburgen" deutscher Arbeitsamtbürokratie mit roten Punkten darstellt. Je größer der Punkt, umso häufiger wurde diese Stadt gemeldet.

Die schlimmste Geschichte aus Ihrem Buch?

Schlimm kann man selbstverständlich unterschiedlich auslegen, ich verstehe Ihre Frage für mich als die schlimmste emotionale und menschliche Geschichte und zwar folgende:

"Behindertes Kind ins Heim" auf Seite 8 und im Netz unter http://www.arbeitslosengeld-2.de/2010/10/behindertes-kind-ins-heim/

oder Folgende

"Sie hätten ja auch abtreiben können" diese ist bisher nur online verfügbar:
http://www.arbeitslosengeld-2.de/2012/03/zwischen-recht-und-unrecht-brauchen-wir-hier-nicht-zu-diskutieren-ich-hatte-ja-die-wahl-abtreiben-zu-konnen/

Zwischen diesen beiden Geschichten schwanke ich und weiß nicht was menschlich schlimmer ist, oder anders ausgedrückt, wo die betreffende Arbeitsagentur am unmenschlichsten gehandelt hat.

Was muss sich beim Arbeitsamt ändern?

Das fragen Sie besser die Betroffenen. Ich als Außenstehender kann die Schikanen und das seelische Unheil, was dort angerichtet wird nicht nachvollziehen, eben weil ich es nicht selbst erlebe, sondern nur in den Geschichten nachlesen kann. Wenn ich einen Vorschlag machen müsste: Man sollte die Arbeitslosen eher als Menschen behandeln und nicht als Zahlen in einer großen Statistik. Das würde mit Sicherheit schon mal sehr viel helfen und zwar allen Betroffenen.

Haben Sie ein Tipp für unsere Leser im Bezug auf Arbeitsamt oder auf die Karriere?

Ein Tipp für die Arbeitslosen: Versucht vielleicht im Internet Möglichkeiten zu nutzen, um Geld zu verdienen. So könnte man den Ausstieg aus dieser Tretmühle schaffen.
Ich habe viele Arbeitslose, nicht nur in meinem Portal gesehen, die gut schreiben können. Warum sollte so ein Mensch nicht auch einen eigenen Internetblog oder Ähnliches neben der Arbeitslosigkeit betreiben, um (nicht gleich, aber in absehbarer Zukunft) ein paar Euros dazu zu verdienen. Mit etwas Glück und eigenem Antrieb kann man so ein eigenes Internetgeschäft aufbauen und vielleicht sogar sein Talent und sein Hobby zum Beruf zu machen. So habe ich zum Beispiel auch angefangen.

Mehr zum Thema Geld verdienen mit Texten und Blogs
Hier auch meine 20 Regeln, um online Geld zu verdienen (aus eigenen Erfahrungen)

Mobbing - die Karriere-Bremse

Das Mobbing hat sich in der deutschen Umgangssprache in den letzten ein, zwei Jahrzehnten zu einem feststehenden Begriff entwickelt. Mobbing steht ebenso für schikanieren, anpöbeln oder bedrängen wie für seelisch verletzen. Mobbing kann als ein typisch ‚denglisches‘ Wort bezeichnet werden und unterscheidet sich in beiden Sprachen doch gravierend. Das deutsche Mobbing gilt meistens von Person zu Person, spielt sich also zwischen einigen wenigen Menschen ab. Das englische Mobbing kommt von Mob, zu Deutsch Menge, und bezieht sich immer auf mehrere Personen. Im englischsprachigen Raum wird anstelle des Mobbing der Ausdruck Bullying verwendet.

Anfang der 1960er Jahre hat der deutsche Verhaltensforscher Konrad Lorenz den Begriff des Mobbing geprägt. Das heutige Mobbing wurde durch den im Jahre 1955 nach Schweden ausgewanderten Arzt und Psychologen Heinz Leymann bekannt. Er bezog in seinen wissenschaftlichen Arbeiten das Mobbing ab Ende der 1970er Jahre vorwiegend auf das Arbeitsleben.

Heutzutage wird in allen Lebensbereichen dann von Mobbing gesprochen, wenn im Umgang untereinander und miteinander im weitesten Sinne die Würde des Menschen verletzt wird. Insofern kann das Mobbing durchaus auch als ein Verstoß gegen den Artikel 1 des Grundgesetzes verstanden werden. Die Facetten des Mobbings sind so vielseitig und vielfältig wie der Ideenreichtum derer, die ihre Kollegen, ihre Mitschüler oder angeblichen Freunde online mobben. In diesem Falle wird von Cyber-Mobbing gesprochen. Es ist eine Diffamierung, Belästigung bis hin zu einer Bedrohung mithilfe der elektronischen Kommunikation wie Internet, Mobiltelefon oder Chatten.

Immer und überall, wo Menschen aufeinandertreffen, besteht die Gefahr, dass einer von ihnen von mehreren anderen gemobbt wird. Der Mob, also die Menge macht die Mobbenden stark, obwohl sie als Einzelperson vielfach egoschwach sind. Gemobbt zu werden hat in vielen Fällen seelische Folgen, die medizinisch behandelbar sind. Mobben bedeutet fast immer mehrere gegen einen, und zwar unabhängig vom Geschlecht. Diejenigen, die mobben, verfolgen in den meisten Fällen das Ziel, die zu mobbende Person zu verdrängen. Sei es vom Arbeitsplatz, aus der Schulklasse oder aus dem Freundeskreis. Die Motive dafür sind sehr unterschiedlich, und in vielen Fällen juristisch nicht zu definieren. Einen Artikel über die Ungerechtigkeit im Berufsleben finden Sie auf www.echtgerecht.de.

Zum Mobbing gehört immer auch eine dazu passende Atmosphäre und Gruppendynamik.
Es ist äußerst selten, dass nur eine einzige Person erfolgreich eine einzige andere Person mobbt!

Donnerstag, 29. März 2012

Liebeskummer am Arbeitsplatz?

Viele Menschen kennen leider das Gefühl, wenn sie vom Partner verlassen wurden: Innere Leere, Zweifel am eigenen Verhalten, fehlende Motivation für nahezu sämtliche Aufgaben.
Doch wer die privaten Probleme in den Arbeitsalltag bringt und seinen Job nicht mehr ordentlich erledigt weil er im Liebeskummer versinkt, kann mit dem Chef Ärger bekommen. Der Arbeitgeber kann und muss nicht auf alle privaten Probleme seiner Angestellten Rücksicht nehmen, das Ende einer Beziehung gehört hier dazu. Anders verhält es sich hingegen bei Sterbefällen in der engen Verwandtschaft oder des Partners. Hier gibt es sogar eine gesetzliche Grundlage, sodass dem Arbeitnehmer ein paar Tage freigegeben werden kann.

Arbeit als Ablenkung
Doch wer frisch verlassen wurde hat davon nichts. Hier gibt es eigentlich nur zwei Optionen: kurzfristig Urlaub nehmen und versuchen, schnellstmöglich über die Trennung hinweg zu kommen - oder die Arbeit gezielt als Ablenkung verwenden und sich sogar in neue Aufgabengebiete stürzen. Denn so hart wie das auch klingen mag, jetzt ist definitiv wieder mehr Zeit "vorhanden".
Sich gezielt einer neuen Herausforderung annehmen schafft wieder Selbstvertrauen und lässt die Vergangenheit schneller ruhen. Natürlich sollte das aber immer mit Augenmaß angegangen werden, damit die Unternehmung nicht nach hinten losgeht und noch mehr deprimiert.

Sich mit Kollegen austauschen
Den Liebeskummer aber komplett totschweigen birgt die Gefahr, dass zu einem späteren Zeitpunkt alles wieder hochkocht und nochmal mit voller Wucht einschlägt. Darum ist jedem gut daran gelegen, sich auch im beruflichen Umfeld mit Anderen auszutauschen und die eigene Situation schildern. Hier muss und soll natürlich nicht gleich ein "Seelen-Striptease" stattfinden, aber den Kollegen mitteilen, warum man nicht gut gelaunt wie sonst ins Büro kommt, ist definitiv angebracht.

Kurze Pause und dann volle Kraft voraus
Nach einer Trennung gibt es immer viel zu klären, organisieren und abzusprechen. Die Wohnungsauflösung, "Mein und Dein" klären, Ver- und Bekanntschaft informieren. Dafür gehen in den ersten Tagen viele wertvolle Stunden drauf, weshalb man sich durchaus komplett frei nehmen sollte. Doch danach heißt es: nach vorne schauen und die eigene Zukunft gestalten.

Freitag, 23. März 2012

Einstellungsgespräche und ihre Gesetze - Teil 1

Fast jeder, der einer bezahlten Tätigkeit nachgeht, kennt das Vorspiel: nach erfolgreicher Bewerbung lädt das Unternehmen zum Einstellungsgespräch. Dass es hierbei etliche Stolperfallen gibt, ist jedem klar. Doch dass der Bewerber zum Beispiel bewusst lügen darf, ohne rechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen, schon wieder nicht. Natürlich gilt das soeben Genannte nur sehr eingeschränkt, aber es zeigt sehr schön, dass eine richtig gute Vorbereitung unablässig ist.

Der Gesetzgeber in Deutschland aber auch die EU regelt, was rechtlich zulässige Fragen sind und was nicht. Nun gibt es nicht wirklich einen Katalog mit sämtlichen Einzelfällen, sondern eine Vorgabe, welche dann auf jeden persönlich umgemünzt werden muss. Der Personaler darf grundsätzlich alles fragen, was für das Arbeitsverhältnis relevant ist. Das klingt schon alles ein wenig kompliziert und für Laien eher schwer verständlich. Darum hier ein paar Beispiele zur Veranschaulichung:

Der Arbeitgeber darf im Bewerbungsgespräch durchaus fragen, ob ich eine Vorstrafe wegen Unterschlagung habe, wenn ich -mal angenommen- bei einer Bank anfingen will. Auch ein Taxiunternehmen darf wissen, ob ich wegen Fahren unter Alkoholeinfluss schon einmal Schwierigkeiten mit der Justiz hatte. Ob diese Vorstrafe wiederum eine Bank zu interessieren hat, die einen Büromitarbeiter einstellt, ist hingegen schon fraglich.

Ist das Thema Vorstrafen noch ein wenig undurchsichtig, gibt es zu anderen Fällen ein paar ganz konkrete Entscheidungen, unter anderem vom Europäischen Gerichtshof. Fragen, welche zur Schwangerschaft gestellt werden, sind unzulässig (PDF hier). Taucht im Arbeitsvertrag die Frage nach der Schwangerschaft auf ("Sind Sie schwanger, wenn ja, welcher Monat" / "Ist eine Schwangerschaft geplant?" etc.), kann der Arbeitgeber dafür abgemahnt werden!

Um solchen Abmahnungen zu entgehen, stehen diese Fragen dann nicht im schriftlichen Vertrag; der Personaler ist aber durchaus vom Chef oft angehalten, die Antworten hierzu herauszufinden. Nun hätte also die Bewerberin die Möglichkeit, die Antwort auf die Frage der Schwangerschaft zu verweigern. Doch gerade im Gespräch kann das sehr unangenehm wirken - und genau deswegen erlaubt der Gesetzgeber hier konkret das Lügen.
Denn wird die Antwort verweigert, kann sich der Fragesteller schon denken "aha, dann ist wohl..." und entsprechend seine Entscheidung zum Nachteil des Bewerbers fällen. Eine Lüge bei einer unzulässigen Frage hingegen ist - sollte sich später eben anderes rausstellen - kein Grund für eine Abmahnung oder Kündigung.
Mehr dazu folgt in Teil 2